Mo., 04.06.2012

Interview mit Jonas Reckermann Olympia in London jetzt fest im Blick

Interview mit Jonas Reckermann : Olympia in London jetzt fest im Blick

Jonas Reckermann ballt die Faust und will es jetzt zusammen mit Partner Julius Brink auch bei Olympia in London packen. Foto:

Völlig überraschend gewann der gebürtige Rheinenser Jonas Reckermann zusammen mit seinem Parnter Julius Brink am Wochenende in Den Haag den Europameistertitel im Beachvolleyball. Dabei fiel Reckermann mehrere Wochen wegen einer Schultervereltzung aus. Die MV sprach nach der Siegerehrung mit dem Blockspieler.

Von Werner Zeretzke

, aber sicher auch unerwarteten Titelverteidigung in Den Haag. Wie fühlen Sie sich jetzt und wie fühlt sich Ihre Schulter an?

Jonas Reckermann: Danke für die Glückwünsche. Ich bin total glücklich, sowohl was den Ausgang dieses Turniers angeht als auch wegen der Schulter. Man weiß ja vorher auch nicht, ob die Schulter solch eine Turnierbelastung aushält. Das ist ja kein Training, das man jederzeit dosieren kann, sondern eine Belastung über fast eine Woche mit teilweise mehreren Spielen am Tag. Jetzt ist die Erleichterung groß, dass die Schulter so gut gehalten hat.

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Reckermann: Das war eine Mischung aus Zuversicht und Bedenken. Einerseits wusste ich aus dem Training, dass die Schulter schon wieder hohen Belastungen gewachsen ist. Andererseits weiß ich auch, dass man im Spiel nicht immer so überlegt agieren kann, wie man gerne möchte. Das liegt zum Beispiel auch bei Spielen an der Küste wie hier in Scheveningen am starken Wind, der die Flugkurve des Balles doch mächtig beeinflusst.

. Wie stufen Sie den Erfolg von Den Haag ein?

Reckermann: Die Vorzeichen waren jedes Mal ganz andere. 2002 war der erste Titel in Basel mit Markus Dieckmann völlig überraschend. Wir haben uns riesig gefreut. 2004 war es ein sehr emotionales Heimspiel in Timmendorf. Im letzten Jahr waren wir in Norwegen die Favoriten und mussten mit diesem Druck fertig werden. In diesem Jahr war ja lange nicht klar, ob wir überhaupt antreten können. Deshalb ist die Freude immer ganz unterschiedlich motiviert gewesen. Aber schön ist so was natürlich immer.

?

Reckermann: Wir brauchen jetzt noch weitere Turniere, um unseren Rhythmus zu finden. Das werden wir bereits am kommenden Wochenende mit dem Grand Slam in Moskau versuchen. Danach stehen noch Turniere in Rom, Gstaad, natürlich Berlin und Klagenfurt auf dem Kalender. Das sollte reichen, um Ende Juli fit für die Olympischen Spiele in London zu sein.

. Woran werden Sie jetzt vor allem als Team arbeiten?

Reckermann: Das stimmt, die EM in Den Haag war unser zwölftes Turnier in der Qualifikationsphase, und damit können wir nun endgültig für die Olympischen Spiele in London planen. Was die weitere Vorbereitung angeht, so werden wir vor allem im taktischen Bereich arbeiten. Zum Beispiel die Abstimmung in der Block-Feld-Verteidigung optimieren und natürlich athletisch so trainieren, dass wir Ende Juli/Anfang August auf den Punkt fit sind. Voraussetzung dafür ist allerdings immer, dass wir nun Verletzungen verschont bleiben.

: Wie schätzen Sie Ihre Chancen bei den Olympischen Spielen in London ein, immerhin werden Sie dort die Nummer drei der Setzliste sein?

Reckermann: Mein Partner möchte auf jeden Fall besser abschneiden als bei seinen letzten Spielen in Peking 2008 (Anm. der Redaktion: Brink landete in Peking mit seinem Partner Christoph Dieckmann auf dem 17. und damit letzten Platz.). Damit bin ich einverstanden (lacht). Alles Weitere wird der Turnierverlauf zeigen. Wir setzen uns vorher nicht unnötig unter Druck, sondern planen immer von Spiel zu Spiel. Wir wissen, was wir können und wenn wir das abrufen, wird mit uns zu rechnen sein.

, wir danken für dieses Gespräch und wünschen weiterhin Gesundheit und viel Erfolg.

Reckermann: Danke für die netten Wünsche.

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