Mi., 08.08.2012
Die Weltmeister Alison Cerutti und Emanuel Rego sind zu packen Olympia-Finale im Beachvolleyball: Seit Moskau ist noch eine Rechnung offen
Nur noch happy: Julius Brink und Jonas Reckermann greifen heute Abend nach der Goldmedaille.
London - Wenn die Europameister Jonas Reckermann und Julius Brink am heutigen Donnerstagabend den ausverkauften Platz an der Horse Guards Parade betreten, dann treffen sie auf die zurzeit besten Beachvolleyballer der Welt. Alison Cerutti und Emanuel Rego (Brasilien) haben seit ihrer Teamgründung vor zwei Jahren bereits fast alles gewonnen, was man im Sand gewinnen kann. In 30 gemeinsamen Turnieren standen sie sieben Mal ganz oben auf dem Podest, wobei dieser Schritt im Jahre 2011 bei der Weltmeisterschaft in Rom ihr bislang größter Erfolg war.
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Nur einmal in dieser Zeit haben die beiden so ungleichen Brasilianer ein Turnier nicht in den Top-Ten beendet, 21 Mal standen sie hingegen im Halbfinale. Das haben sie jetzt auch bei den Olympischen Spielen in London erwartungsgemäß geschafft, aber so sicher wie ihre Finalgegner Reckermann/Brink war der Weg dorthin nicht. Im Viertelfinale standen Alison/Emanuel nämlich bereits vor dem Aus, als sie im Tiebreak gegen die Polen Fijalek/Prudel kurz vor dem Ende mit 11:13 zurücklagen. Aber gerade diese Nervenstärke zeichnet die Brasilianer aus, denn sie konnten sich mit ihrer individuellen Klasse noch mal befreien und gewannen mit 17:15.
Emanuel ist der erfolgreichste Beachvolleyballer aller Zeiten. Seit 1993 auf der Tour, hat er bereits über zwei Millionen Dollar an Preisgeldern erschmettert. Er war mehrfacher Weltmeister, 2004 mit Ricardo in Athen Olympiasieger und hat schon über 70 Siege auf der World-Tour verbucht. „So wie Emanuel möchte ich auch mal spielen“, hatte Reckermann zu Beginn seiner Beachkarriere vom 1,90 Meter großen und inzwischen 39 Jahre alten Ballkünstler aus Brasilien geschwärmt. Reckermann gehört heute auch zu den weltbesten Spielern, aber dennoch er hat immer noch eine Menge Respekt vor dem drahtigen, nur 80 Kilogramm wiegenden Abwehrspezialisten.
An der Seite von Emanuel spielt der 26-jährige Alison Cerutti, der vor zwei Jahren noch als Beachvolleyball-Rohdiamant galt, inzwischen aber eine tolle Entwicklung zum vielleicht besten Blocker der gesamten Tour gemacht hat. Der brasilianische Hüne ist mit 2,03 Metern noch zwei Zentimeter größer als Jonas Reckermann und hat inzwischen auch eine sehr variable Angriffstechnik gelernt, die die meisten Sand-Duos fürchten. Also wird in Spielen gegen dieses Team meist das etwas kleinere „Übel“ Emanuel angespielt, obwohl der mit seiner Erfahrung fast blind jeden Quadratmeter des gegnerischen Feldes anvisieren kann.
Reckermann/Brink haben schon oft gegen die Südamerikaner gespielt, zuletzt in Moskau vor wenigen Wochen. Seinerzeit hatten sie Alison/Emanuel im Halbfinale im dritten Satz beim Stande von 14:11 eigentlich schon besiegt. Aber die Brasilianer kamen zurück, wehrten nicht nur die drei Matchbälle ab, sondern siegten am Ende sogar noch mit 17:15. Reckermann/Brink sind also durchaus auf Augenhöhe mit den Weltranglistenersten und wollen versuchen, beim olympischen Finale Revanche für die in Moskau erlittene Niederlage zu nehmen.
