Sa., 13.10.2012

Kräfte aus dem gesamten Kreis Warendorf im Einsatz Raiffeisen-Gebäude durch Großbrand zerstört


Sendenhorst - 

Ein Großbrand zerstörte in der Nacht zu Samstag das Gebäude der Raiffeisen-Genossenschaft an der Telgter Straße. Vermutlich durch Funkenflug fingen auch vier Gartenhäuser in der benachbarten Kleingartensiedlung Feuer. Das Feuer richtete nach vorläufigen Polizeiangaben einen Millionenschaden an.

Von Christian Wolff, Annette Metz 

Ein Großbrand zerstörte in der Nacht zu Samstag das Gebäude der Raiffeisen-Genossenschaft an der Telgter Straße. Vermutlich durch Funkenflug fingen auch vier Gartenhäuser in der benachbarten Kleingartensiedlung Feuer. Dutzende Einsatzkräfte aus dem gesamten Kreisgebiet waren im Einsatz. Die Anwohner wurden aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten. In ersten Schätzungen der Polizei wird ein Schaden in Millionenhöhe vermutet. Nach Angaben von Raiffeisen-Geschäftsführer Norbert Hunkemöller hätten alleine die in den Lagerhallen untergebrachten Waren einen Wert von etwa einer Million gehabt. Außerdem verletzte sich ein Feuerwehrmann, als er bei dem Einsatz in eine Grube stürzte.

Gegen 0.50 Uhr wurde das Feuer bemerkt. Die ersteintreffenden Kräfte der Feuerwehr Sendenhorst überblickten schnell, dass sie alleine wenig ausrichten konnten. In Windeseile wurden Kräfte aus den umliegenden Gemeinden zusammengezogen. Kräfte aus Ahlen, Everswinkel, Drensteinfurt, Enniger, Westkirchen, Hoetmar und Vorhelm kamen zu Hilfe, um den Einsatz der vom Sendenhorster Wehrführer Heinz Linnemann geleitet wurde, zu unterstützen. Kreisbrandmeister Heinz Nordhoff machte sich ebenfalls auf den Weg zur Einsatzstelle.

Mehrere Drehleiterwagen postierten sich rund um den Großbrand an der Telgter Straße. „Wir konnten nur von außen löschen. Ein Innenangriff war nicht möglich“, erläutert Linnemann am Morgen, als die Wehr die Lage dann überschaubar im Griff hatte. Mehrere Tanks mit Flüssiggas im Außenbereich und im Gebäude gelagerte Gasflaschen mussten gekühlt werden, um eine Explosion zu verhindern. Immer wieder wurden die Sendenhorster von lauten Knallgeräuschen aufgeschreckt, die von den abplatzenden Eternitplatten, mit denen das Gebäude abgedeckt war, hergerührt hätten, erklärte Linnemann.

Die Polizei sperrte das Areal komplett ab. Drehleitern, Atemschutzcontainer, Messwagen – die Feuerwehr musste das komplette technische Programm einsetzen, um Herr der Lage zu werden. Die Luftmessungen, die von Feuerwehr und Landesumweltamt durchgeführt wurden, ergaben keine kritischen Werte. „Gegen 1.20 Uhr lagen die ersten Ergebnisse vor. Es wurde auf Kohlenmonoxid und Blausäure gemessen“, berichtet Heinz Linnemann. Ein Polizeihubschrauber war gestartet, um aus der Luft die Größe und Richtung der Rauchwolke einzuschätzen. So wurde trotz unkritischer Messwerte die Bevölkerung nordöstlich des Unglücksortes noch in der Nacht per Lautsprecherwagen aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten, heißt es in einer Meldung der Polizeibehörde.

Etwas schwieriger gestaltete sich der Einsatz für die Kameraden, die in der Laubenkolonie eingesetzt wurden. Der dortige Brand war über keine direkte Zuwegung zu erreichen. Die Wehr musste ein Loch in eine Hecke schneiden, um die brennende Hütte zu erreichen.

Das Geschehen sorgte für einen Ansturm von Schaulustigen. Weit über Sendenhorst hinaus war der Feuerschein über dem Raiffeisen-Gebäude sichtbar. Ein Baufachberater des Technischen Hilfswerks Beckum (THW) erreichte gegen 4 Uhr morgens die Einsatzstelle. Ihm oblag eine erste Statikprüfung.

Raiffeisen-Geschäftsführer Norbert Hunkemöller, stand am Morgen zunächst noch ratlos vor den Trümmern des Gebäudes. „So etwas habe ich noch nie erlebt“, meinte er. Eine technische Ursache konnte er sich beim besten Willen nicht vorstellen. Die Gebäude, dessen erste Teile 1962 gebaut worden seien, seien vorschriftsmäßig erst vor Kurzem der jährlichen Abnahme unterzogen worden. Für ihn und seine Kollegen, war es nun wichtig, zügig die im weitgehend intakten Verwaltungsgebäude befindlichen und für die komplette Genossenschaft zuständigen Computer-Server wieder in Betrieb zu nehmen, damit zumindest die übrigen Filialen ihre Arbeit reibungslos aufnehmen könnten.

Zur Brandursache gibt es laut Polizei noch keine Angaben. Die Kriminalpolizei nahm noch in der Nacht ihre Arbeit auf.

Die Löscharbeiten sind noch nicht abgeschlossen. Aufflammende Glutnester, besonders an den Stellen, an denen Getreide gelagert war, und einsturzgefährdete Teile des Gebäudekomplexes machen die Arbeit der Feuerwehr schwierig. Die Arbeiten dürften nach Polizeiangaben bis in die Abendstunden andauern.


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