Do., 21.06.2012
„Kids-Projekt“-Rat hat viele Ideen und scheitert an der Finanzierbarkeit / Diskussion in Ratssitzung Wenn nur das liebe Geld nicht wäre...
Die Schüler-Fraktion nahm für einen Tag die Plätze der Kommunalpolitiker ein und diskutierte Anträge.
Neuenkirchen - Ein Hallenbad, Decken- und Ballverleih am Offlumer See, die Errichtung eines Kinos sowie eines Streetsoccer-Feldes, ein Jugendcafé, ein beleuchteter Haarweg und neben einer Überdachung mit Tischen und Bänken am Offlumer See, zahlreiche „Mallorcasonnenschirme“ im Uferbereich. Das alles sollte es in Neuenkirchen geben. Zumindest, wenn es nach den Wünschen der Schüler-Fraktionen geht, die am Mittwoch im Rahmen des „Kids-Projekts“ (Kommunalpolitik in den Schulen) zur Jugendratssitzung zusammen kamen.
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Doch in der Politik kann man leider nicht alles haben. Umso besser für den Lerneffekt der Neunt- und Zehntklässler der Heriburgschule sowie der Snedwinkela-Realschule, denn so stiegen sie ein in die Argumentation, begründeten ihre Anträge und suchten letztendlich die politische Auseinandersetzung.
Es war ein ungewöhnliches Bild für die Kommunalpolitiker und Ratsmitglieder der Neuenkirchener Ratsfraktionen, denn sie fanden nur im Zuschauerraum Platz, während sich Schüler der vier konstituierten Jugendfraktionen auf ihren Plätzen bequem machten. Erste Kreativität bewiesen die jungen Politiker in der Namensgebung. Mit dabei war die PESN (Politisch engagierte Schüler Neuenkirchen), PJP (Politische Jugendpartei), SSPN (Soziale Schülerpartei Neuenkirchen) sowie die HPD (Heriburgpartei Deutschlands). Insgesamt belief sich die Anzahl auf elf Anträge, die eingereicht und von der Verwaltung auf Realisierbarkeit geprüft wurden.
Vor allem die Finanzierbarkeit spielte wie üblich eine entscheidende Rolle. Bürgermeister Franz Möllerings Frage: „Gibt es noch Wortmeldungen?“ zu dem Antrag auf die Errichtung eines Hallenbades, wurde kurzerhand mit „Nein, es wurde ja schon alles gesagt, was dagegen spricht“ beantwortet, nachdem Bauamtsleiter Karl Wening den Schülern die Kosten vor Augen hielt.
Doch auch Erfolge waren dabei. So wird unter anderem ein Decken- und Ballverleih am Offlumer See geprüft, die Verwaltung wird sich Gedanken über eine überdachte Fläche mit Tischen und Bänken am See machen und das DVD/CD-Sortiment im Ort soll nach Möglichkeit und nach Gesprächen mit Anbietern ausgeweitet werden.
Und auch die Snedwinkela-Realschule soll laut Antrag „verschönert werden“, wofür sich die Mehrheit aussprach. „Wird gemacht. Die Schüler werden dann natürlich mit einbezogen“, sicherte Möllering zu. Damit war das Ziel des Kids-Projekts trotz einiger abgelehnter Anträge erfüllt: Die Jugendlichen werden mit einbezogen.
