Fr., 06.07.2012

Glosse „Übrigens“ Was ist ein Kunde?

Kommen Sie sich auch manchmal schlecht vor, wenn Sie einen Laden betreten? Wie ein Bittsteller, ein Störenfried? Neulich habe ich fünf Minuten gebraucht, bis ich eine genervte Verkäuferin aufgetan hatte. „Entschuldigung, dass ich Sie störe. Aber ich möchte hier mein Geld ausgeben, wenn’s recht ist.“

Von Jörg Homering

Manche Service-Wüstlinge haben das mit der Kundenfreundlichkeit immer noch nicht so ganz begriffen. Dabei ist es ganz einfach, wie ich neulich auf der Mitarbeiter-Toilette eines Baumarktes lesen konnte. Unser Kurzer musste mal, da überließen uns die freundlichen Mitarbeiter ihre kleine Hinterraumtoilette. Während ich also aufs Geschäft wartete, fiel mein Blick auf einen Zettel, der am Mitarbeiterspind hing. Überschrift: „Was ist ein Kunde?“

Der Kunde ist die wichtigste Person, die jemals in diesem Geschäft gewesen ist – persönlich, brieflich, telefonisch.

Der Kunde braucht nicht uns – wir brauchen ihn.

Der Kunde bedeutet nicht die Unterbrechung unserer Arbeit – er ist dessen Zweck. Er tut uns einen Gefallen damit, dass wir etwas für ihn tun dürfen.

Der Kunde ist kein Fremder, sondern Teil unseres Geschäftes.

Der Kunde ist keine abstrakte Zahl. Er ist ein Mensch mit Gefühlen wie wir selbst – auch mit Fehlern und Vorurteilen.

Der Kunde ist niemand, demgegenüber man recht behalten müsste. Niemand behielt jemals recht gegenüber einem Kunden.

Der Kunde ist jemand, der uns seine Probleme mitteilt. Es ist unsere Sache, sie für ihn und für uns profitabel zu lösen.

Den sollten sich alle Werktätigen an den Spind hängen!

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