Mi., 18.07.2012
SPD-Politikerin Ingrid Arndt-Brauer informiert sich über Pflege Das Antonius-Stift sucht „Bufdis“
Die SPD-Bundestagsabgeordnete Ingrid Arndt-Brauer (hinten Mitte) diskutierte mit Heimleiter Karsten Westermann (hi. r.), Bereichsleitung Gudrun Hesselink (hi. l.) und Mitgliedern des Heimbeirates (vorne) über die Herausforderungen in der Pflege.
NEUENKIRCHEN. Immer mehr ältere Menschen werden in Zukunft auf professionelle Pflege angewiesen sein. Expertenschätzungen zufolge wird die Anzahl hilfe- und pflegebedürftiger Menschen bis 2020 um 50 Prozent auf 2,7 Millionen zunehmen. „Mit Konzepten und Ideen muss auf diese Veränderungen reagiert werden“, sagte Ingrid Arndt-Brauer (MdB) bei einem Besuch im Antonius-Stift.
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Wie gut die entsprechenden Einrichtungen auf diese Herausforderungen eingestellt sind, bringt die SPD-Bundestagsabgeordnete Arndt-Brauer im Rahmen ihrer Sommertour durch ihren Wahlkreis in Erfahrung. Bei einem Arbeitsgespräch traf sich die Politikerin mit Einrichtungsleiter Karsten Westermann, Mitgliedern des Heimbeirates, Schwester Lydia und der Bereichsleitung Gudrun Hesselink.
Die 60 Pflegeplätze des Alten- und Pflegeheimes und die 17 Wohnungen für das Betreute Wohnen sind zurzeit komplett belegt. Gut betreut sieht Karsten Westermann die Bewohner des Stifts, hätte man derzeit doch gutes qualifiziertes Personal, das schon langjährig und gerne dort beschäftigt sei.
Aber auch hier sehe man angesichts der steigenden Zahl der Pflegebedürftigen sorgenvoll in die Zukunft. „Wir können kaum geeignete junge Leute für die Ausbildung zum Altenpfleger gewinnen“, machte Westermann deutlich. „Da ist auch die Aussage der Bundesarbeitsministerin wenig hilfreich, Langzeitarbeitslose zu Pflegekräften oder Erzieherinnen auszubilden“, kritisiert Arndt-Brauer. Man könne Menschen nicht dazu zwingen, aus der Not heraus soziale Berufe zu ergreifen.
Unterstützung könnte sich das Antonius-Stift vom Bundesfreiwilligendienst vorstellen, der eine Alternative zum Zivildienst darstellt. „Wir suchen daher auch noch die sogenannten Bufdis, die Interesse daran haben, bei uns zu arbeiten“, so Westermann.
Eine Zukunft sieht Karsten Westermann für die Pflege-Wohngemeinschaften, die im Kreis Steinfurt noch eher selten zu finden seien. Diese ambulant betreuten Wohngemeinschaften stellen eine Alternative zur herkömmlichen Versorgung Pflegebedürftiger und insbesondere an Demenz erkrankter Menschen dar. Die Bewohner leben als Mieter in einer eigenen, gemeinsam genutzten Wohnung zusammen. Die Betreuung und Pflege wird durch ambulante Pflegedienste gewährleistet.
Als einen der wenigen positiven Punkte der gerade beschlossenen Pflegereform hebt Arndt-Brauer die Förderung solcher Wohngemeinschaften hervor. Pflegebedürftige, die in einer solchen ambulant betreuten Wohngemeinschaft leben, bekommen demnächst einen Zuschlag von pauschal 200 Euro für Hilfskräfte monatlich.
