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Mi., 04.04.2012

Bäckereien in NRW müssen geschlossen bleiben, in Niedersachsen dürfen sie öffnen „Am Ostersonntag platzt hier die Hütte“

Bäckereien in NRW müssen geschlossen bleiben, in Niedersachsen dürfen sie öffnen : „Am Ostersonntag platzt hier die Hütte“

RHEINE. „Immer dann, wenn die Westfalen nicht dürfen, platzt hier die Hütte“, berichtet Simone Puls. Sie ist Inhaberin der Bäckerei Puls in Salzbergen, nur wenige Kilometer hinter der Grenze zu Niedersachsen.

Von Lara Waltersmann

Die Westfalen dürfen zum Beispiel am kommenden Ostersonntag nicht – und zwar Brötchen verkaufen. Das verbietet das Ladenöffnungsgesetz NRW. Weil aber gerade an Ostern nicht jeder auf die frische Backware verzichten möchte, fahren viele über die Grenze nach Niedersachsen. „Einige Kunden, die an Feiertagen kommen, kenne ich eigentlich aus Rheine“, sagt Puls. Dort betreibt sie eine Filiale an der Salzbergener Straße. Die Feiertagsregelung in NRW hält sie für „Humbug“.

Auch Annette Jürgens, Geschäftsführerin der Bäckerei Scholhölter, beschwert sich über die Regelung in NRW. Sie sagt, gerade der Ostersonntag sei für die Bäckereien ein potenziell umsatzstarker Tag. „Da geht uns viel verloren, das ist nicht gerecht.“

Aber nicht nur die Nähe zu Niedersachsen stellt für die Bäcker ein Problem dar. Auch in NRW lassen sich nämlich Brötchen kaufen: An Tankstellen gelten Backwaren als Reiseproviant und dürfen auch an hohen Feiertagen angeboten werden. „Das ist eine unglückliche Lösung: An der Tankstelle darf man Brötchen verkaufen – wir dürfen nicht öffnen“, klagt Jürgens. In den Augen vieler Bäcker ist das eine Wettbewerbsverzerrung.

In Münster versucht eine Bäckereikette unterdessen zum wiederholten Mal, das Gesetz zu umgehen. Wer bis Karsamstag vorbestellt und auch bezahlt, kann am Ostersonntag seine frischen Brötchen abholen. „Ganz legal“, wie der Bäcker auf einem Werbezettel in seinen Filialen betont.

Die Bäckereien in Rheine werden sich allerdings der gesetzlichen Vorschrift beugen. Dem Ordnungsamt sind keine Vorhaben wie das in Münster bekannt.

Aus unternehmerischer Sicht beklagen viele Bäcker das Ladenöffnungsgesetz also. Aus religiöser und menschlicher Sicht könnte man jedoch zu einem anderen Schluss kommen, wie etwa Bäcker Heinz Triffterer findet: „Ich denke da an meine Mitarbeiter – die möchten am Ostersonntag vielleicht auch mal frei haben“. Für solche Feiertage, sagt Triffterer, gebe es ohnehin andere Lösungen: „Wir machen zum Beispiel frische Aufbackbrötchen.“

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