Mi., 20.06.2012
Wagenfeld- und Castellestraße: Anlieger sollen gehört werden Noch keine Umbenennung
Die Wagenfeldstraße und . . .
Rheine - Gnadenfrist für die Wagenfeld- und die Castellestraße: Der Kulturausschuss hat entgegen ersten Plänen die beiden Straßen in Mesum noch nicht umbenannt. Stattdessen sollen zunächst die Anlieger gehört werden. Alle Anlieger ab 16 Jahren werden nun schriftlich befragt, später wägt die Politik diese Eingaben ab und entscheidet schließlich.
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Die beiden Namensgeber, Friedrich Castelle und Karl Wagenfeld, stehen wegen ihres möglichen nationalsozialistischen Hintergrunds in der Kritik. Als neue Straßennamen schlägt die Stadtverwaltung zusammen mit dem Heimatverein Mesum die Bezeichnungen Joseph-Süss-Straße (Wagenfeldstraße) und Joseph-Krautwald-Straße (Castellestraße) vor.
Die politische Mehrheit für eine Umbenennung jedenfalls scheint vorhanden zu sein. Einstimmig votierte der Ausschuss für die Einleitung des Umbenennungsverfahrens. „Namensschilder mit NS-Hintergrund haben in der Öffentlichkeit nichts zu suchen“, sagte Robert Grawe (Grüne). Der Sprecher der SPD-Fraktion, Falk Toczkowski, meinte, von den Anliegern vorgebrachte Kosten seien keine Argumente, weil diese marginal seien.
Josef Wilp (CDU) kritisierte das Verfahren. Vor einem Beschluss des Kulturausschusses hätte die Stadt seiner Meinung nach zuerst mit den Bürgern sprechen sollen. Hier musste er sich aber gleich durch Kulturdezernent Axel Linke eines Besseren belehren lassen. Ohne Votum des Kulturausschusses dürfe die Verwaltung nicht tätig werden, das sei im Verwaltungsrecht so vorgegeben, sagte Linke.
