Di., 26.06.2012
100 Zuhörer beim Konzert „Sang und Klang“ von Da capo con Mandolino und dem MGV Sängerlust International und traditionell
Gutgelaunt: Die Männer vom MGV „Sängerlust“ aus Wettringen hatten Spaß an ihrem Auftritt.
NEUENKIRCHEN/WETTRINGEN. Sonntagnachmittag, es war eng im ausverkauften großen Saal des Karl-Leisner-Hauses in Neuenkirchen. Sowohl für die Musiker als auch für die über 100 Zuhörer. Sie erlebten unter dem Titel „Sang und Klang“ ein besonderes gemeinsames Konzert des Mandolinenorchesters „Da Capo con Mandolino“ vom Musikschulzweckverband Ochtrup-Neuenkirchen-Wettringen-Metelen und des Männergesangvereins „Sängerlust“ aus Wettringen. Aus aller Herren Länder zusammengetragen, aber musikalisch perfekt aufeinander abgestimmt, gab es internationale Folklore und traditionelle Volkslieder.
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So spielte das Orchester zunächst einige Tänze aus Israel (Mechol Ovadya), aus Spanien und – besonders melodisch – den Cercle Circasien aus der Bretagne. Letzterer ein Kontratanz, einem „Gegeneinander-Gruppentanz“, der in England missverständlich als „Country Dance“ übersetzt wurde. Die Erläuterungen zu den einzelnen Stücken moderierte in liebenswerter Art Monika Koers selber, die auch die musikalische Gesamtleitung beim Konzert innehatte.
Auch die Wettringer „Sängerlust“ mit Chorleiter Rob Zieverink am Klavier blieb international – mit dem „Abendchor“ aus der Oper „Das Nachtlager in Granada“ von Conradin Kreutzer oder dem „Lied der Berge“ (La Montanara) von Toni Ortelli. Gemeinsam mit Orchester sangen sie vor der Pause das Lied der Capri-Fischer. Der Text stammt von Ralph-Maria Siegel, die Musik schrieb Gerhard Winkler. Das Lied war im Krieg verboten, da die US Army 1943 Capri eingenommen hatte. Erst 1949 wurde es bei uns durch Rudi Schuricke bekannt, erfuhren die Zuhörer.
Es folgten wunderschön interpretierte Stücke, mal vom Mandolinenorchester, mal vom MGV, aus den USA von John Denver (Annie’s Song) und Irvin Levine (Tie a yellow ribbon round the ole oak tree), aus Frankreich von Gilbert Bécaud („Je t’appartiens“ - Let it be me), aus England von Ralph McTell (Streets of London) und Deutschland von Robert Pracht (Am kühlenden Morgen), um nur einige zu nennen. Nein, das Chianti-Lied kommt nicht aus Italien, es ist von Gerhard Winkler, mit dem Text von wiederum Ralph-Maria Siegel.
Wie viele Gedanken sich Monika Koers für ihr Orchester und Rob Zieverink für seinen Chor gemacht haben, um für dieses Konzert eigene Arrangements zu schreiben, wie viel ehrenamtliches Herzblut darin steckt, kann der Zuhörer nur erahnen. Das Konzert zeigt auch, dass instrumentale und A-Capella-Stücke hervorragend klingen, sich jedoch bei den passenden Melodien noch besser ergänzen.
Der Höhepunkt waren sicher die gemeinsamen Lieder wie „Fremde oder Freunde“ und „Deine Spuren im Sand“ von Howard Carpendale, und ganz besonders „Strangers in the night“ von Frank Sinatra, am Sonntag mit dem Solo von Franz Ardelt. Nach langem Applaus mussten sie alle – das Orchester, der Chor, der Solist und Rob Zieverink am Klavier unter der Leitung von Monika Koers – es noch einmal vortragen. Ein emotionaler „Sang und Klang“, der allen noch den ganzen Abend im Ohr nachklang.
