Wenns nötig ist, reißt er den Eiffelturm ein: Liam Neeson, Ex-Boxer und bekannt als Charakterdarsteller in Filmen wie „Schindlers Liste“, gibt in „96 Hours“ zur Abwechslung mal den rachsüchtig brutalisierten Schlagetot.
Und das alles nur, weil seine Teenie-Filmtochter in Frankreich den Stadion-Rockern von U2 hinterhertouren will, aber zuvor von abgrundtief bösen albanischen Mädchenhändlern entführt wird.
Keine Frage: Es handelt sich hier um Nachschub aus der Action-Schmiede von Luc Besson, der die Regie hier wie üblich einer Nachwuchskraft (Pierre Morel) überließ. Neeson spielt den Ex-CIA-Agenten Mills, dem zunächst eine Versager-Biografie angedichtet wird: Vor lauter Spionage kam die Familie stets zu kurz, doch nach Töchterleins Entführung jettet er prompt nach Paris, und zack-rumms gehts los: Rache!
Die „Transporter“-Klientel dürfte angesichts der typischen Besson-Mischung aus handgemachter Action und Computerspiel-Ästhetik frohlocken, denn spannend ists durchaus - Leichenberge hin oder her. Was aber auffällt, ist die völlige Abwesenheit von Ironie: Mills Gewaltrausch läuft so bärbeißig ab, dass man angesichts aller kompromisslosen Härte fast vergisst, um was für ein reaktionäres Selbstjustiz-Spektakel es sich hier eigentlich handelt.