Münster / Karlsruhe - In der vergangenen Woche sorgte die Meldung aus Wuppertal für Aufsehen, dass im Haushaltssicherungskonzept des Oberbürgermeisters Peter Jung (CDU) die dauerhafte Schließung des Schauspielhauses und damit auch die Auflösung der Sparte Schauspiel eingeplant ist. Am Wochenende reagierte die Intendantengruppe im Deutschen Bühnenverein mit einem offenen Brief an den Oberbürgermeister auf die Hiobsbotschaft.
Den Brief hat der Vorsitzende der Intendantengruppe Holk Freytag unterschrieben, der schon als General- und als Schauspiel-Intendant in Wuppertal gearbeitet hat, verschickt wurde der Brief vom Badischen Staatstheater Karlsruhe, dessen Intendant Achim Thorwald zugleich Geschäftsführer der Intendantengruppe ist und an dessen münstersche Intendantenzeit hiesige Theaterfreunde gern zurückdenken. Ausdrücklich wird in dem Brief betont, „dass wohl niemand die dramatische wirtschaftliche Situation der Stadt Wuppertal - wie der Mehrheit der anderen Städte Nordrhein-Westfalens - unterschätzt.“ Das Konsolidierungsprogramm lege einen Zustand offen, der das Gemeinwesen der Republik gefährde: „Die Finanz- und Steuerpolitik insbesondere des Bundes nimmt billigend in Kauf, dass unsere Städte verwahrlosen. Dabei wird übersehen, dass die Kommunen in erster Linie der Garant einer lebendigen Demokratie sind.“