Münster - Wer von Helmut Dietls Satire „Zettl“ herzliches Lachen, humorvolles Amüsement oder fröhliche Unterhaltung erwartet, sollte auf der Hut sein. Die Quasi-Fortsetzung der legendären TV-Serie „Kir Royal“ ist so gallig und auf Tiefkühlkost mit bitteren Erkenntniswerten angelegt, dass Parallelen zum gegenwärtigen Polit- und Medienzirkus der Republik auf der Hand liegen.
Über die aktuellen Anspielungen hinaus erzählt Dietl vor allem eine Geschichte von Lügenbaronen, die die Balken nicht biegen (das wäre Komik), sondern brechen (das ist die Tragik). In einem Berlin, das kälter ist als der Tod (und es in einer Figur buchstäblich wird), gewinnt derjenige, der am längsten oder, wie es der Hauptfigur zugestanden wird, am schönsten lügt.