Rekord-Fund in Nordhorn: Halbe Tonne Partydrogen sichergestellt


In diesem Lastzug stießen Zollbeamte auf Drogen im Wert von rund acht Millionen Euro.
In diesem Lastzug stießen Zollbeamte auf Drogen im Wert von rund acht Millionen Euro.
(Foto: Zoll)


Münster/Nordhorn - Schwerer Schlag gegen die Drogenmafia im deutsch-holländischen Grenzgebiet: Zollbeamte haben bei einer Verkehrskontrolle in Nordhorn mehr als eine halbe Tonne Partydrogen aus dem Verkehr gezogen.

„Es handelt sich um die größte Menge, die bislang in Deutschland sichergestellt worden ist“, sagte Markus Tönsgerlemann vom Hauptzollamt Essen unserer Zeitung. Die Drogen, namentlich Amphetamin und Marihuana, haben einen Schwarzmarktwert von mindestens acht Millionen Euro.


Bei einer Routinekontrolle hatte ein britischer Sattelzug die Aufmerksamkeit der Beamten geweckt. Der Fahrer war von der üblichen Fahrtroute abgewichen und hatte die Innenstadt von Nordhorn angesteuert. Statt Pumpenteilen, wie es in den Frachtpapieren ausgewiesen war, fanden die Zöllner im Laderaum zwei Holzkisten mit 400 Kilogramm Amphetamin und 130 Kilogramm Marihuana. Dem 36 Jahre alten britischen Fahrer drohen mindestens fünf Jahre Gefängnis.

Erste Ermittlungen hätten ergeben, dass die Drogen vermutlich aus Süd-Holland stammen, erklärte Tönsgerlemann. In Nordhorn, so die Vermutung der Zöllner, sollte der Lastzug Stückgut aufnehmen, um den Weitertransport nach England zu tarnen. Die große Menge lege die Vermutung nahe, dass man einer international tätigen Bande auf der Spur sei.

Die synthetische Droge Amphetamin ist besonders in der Disco-Szene beliebt. Dort wird sie meistens unter dem Namen „Speed“ oder „Pep“ angeboten. Amphetamin wirkt euphorisierend und unterdrückt ähnlich wie das artverwandte Ecstasy jegliche Schlaf-, Hunger oder Durstgefühle. Ein Gramm Amphetamin werde an die Konsumenten für etwa 15 Euro verkauft, so Tönsgerlemann. Marihuana wird pur oder mit Tabak vermischt als Joint geraucht.

Der Anbau von Marihuana oder Cannabis ist laut Zoll besonders im deutsch-holländischen Grenzgebiet verbreitet. Die Drogenmafia miete dazu meist alte Gärtnereien auf deutscher Seite an, da der Strom hierzulande günstiger sei als im Nachbarland.

VON ANDREAS FIER, MÜNSTER


11 · 05 · 09





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