Umzug ja, Rückzug nein

Polizei sucht auf Dauer nach einer neuen Bleibe in Ochtrup


Seit dem 1. November 1984 das „Zuhause“ der Polizei in Ochtrup: die frühere Kreisberufsschule an der Professor-Katerkamp-Straße. Ende vergangenen Jahres hat die Behörde die Kündigung des Mietvertrages zurückgenommen. Er läuft nun bis 2015. Foto:
Seit dem 1. November 1984 das „Zuhause“ der Polizei in Ochtrup: die frühere Kreisberufsschule an der Professor-Katerkamp-Straße. Ende vergangenen Jahres hat die Behörde die Kündigung des Mietvertrages zurückgenommen. Er läuft nun bis 2015. Foto:
(Anne Eckrodt)


Ochtrup - Professor-Katerkamp-Straße 5-7. Das ist die Adresse der Polizei in Och-trup. Oder, um es korrekt auszudrücken, die der Polizeiwache Steinfurt/Ochtrup, Standort Ochtrup. Und das schon seit 1984. Aber wie lange noch? Diese Frage beschäftigt die Menschen in dieser Stadt. Das weiß auch Udo Potthoff. Der Pressesprecher der Kreispolizei kennt die Sorge, Ochtrup könnte eines Tages ohne Wache dastehen. Und er tritt ihr vehement entgegen. „Es gibt keinerlei Überlegungen, die Polizei abzuziehen oder am jetzigen Status etwas zu ändern, beispielsweise die Rund-um-die-Uhr-Besetzung in eine Tageswache umzuwandeln“, erklärt Potthoff im Gespräch mit unserer Zeitung.

Rückblende: Seit einigen Jahren gibt es die Polizeiwache Steinfurt/Ochtrup mit den beiden Standorten in der Kreis- sowie in der Töpferstadt. Die Belegschaft ist damals zusammengelegt worden. Seitdem sind 48 Beamte im Wach- und Wechseldienst in den beiden Orten im Einsatz. „Auf diese Weise ist immer gewährleistet, dass die Wache in Och-trup besetzt und mindestens ein Streifenwagen vor Ort ist“, betont Potthoff. Hinzu kommen 14 Kollegen des Kriminalkommissariats sowie zwei Mitarbeiter des Erkennungsdienstes, die vor allem für die Aufnahme von Tatorten zuständig sind. Auch für die Kripo-Beamten gilt: Sie teilen sich auf, die eine Hälfte arbeitet in Steinfurt, die andere in Ochtrup. Ähnlich hält es auch Wachleiter Norbert Gedecke. Er hat an beiden Standorten ein Büro. Das System, wann er wo ist, bringt Polizei-Sprecher Potthoff auf eine einfache Formel: „Er ist da, wenn er gebraucht wird.“


Hat die Zusammenlegung der beiden Wachen seinerzeit in Ochtrup bereits für Unruhe gesorgt, ist die Situation nicht besser geworden, als bekannt wurde, dass die Kreispolizeibehörde den Mietvertrag für die Wache in Ochtrup gekündigt hat. Das sorgte - wie berichtet - für reichlich Unruhe in der Bevölkerung.

„Diese Kündigung ist seinerzeit vorsorglich erfolgt, weil die Absicht bestand, in Ochtrup ein neues Objekt zu finden“, macht Potthoff deutlich. Zwischenzeitlich, so räumt er ein, hätten sich die Planungen jedoch zerschlagen. Gleichzeitig bestätigt der Polizei-Sprecher Informationen unserer Zeitung: „Wir haben Ende 2011 die Kündigung für die Wache an der Professor-Katerkamp-Straße zurückgenommen. Der Vertrag mit dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb Nordrhein-Westfalen für das Gebäude läuft nun bis 2015 weiter.“

Dennoch ist die Polizei weiter auf der Suche nach einer besseren Lösung für die Ochtruper Wache. Der aktuelle Zustand sei zwar okay, doch es gebe Optimierungsbedarf im Hinblick auf Standort und Raumzuschnitt, so Potthoff. „Daher haben wir nach wie vor Interesse an einem neuen oder angemieteten Dienstgebäude.“ Der Weg dorthin ist allerdings - gerade in Zeiten knapper Kassen - nicht einfach. Denn: „Wir müssen mit unserer übergeordneten Behörde in Duisburg verhandeln und die wiederum mit dem Landesinnenminister. Am Ende muss der Finanzminister das Geld für eine neue Wache bewilligen“, skizziert Potthoff den Entscheidungsweg.

Zurzeit laufen zwar keine Gespräche, doch der Pressesprecher ist sich sicher, dass die Polizei für viele Investoren ein interessanter Mieter ist. „Wenn morgen jemand anruft und uns ein interessantes Angebot unterbreitet, würden wir ihn nicht abwimmeln“, sagt er. Auch für andere Gedankenspiele sei die Polizei offen: „Sollte es zu einem Neubau der Feuer- und Rettungswache kommen, könnten wir uns durchaus ein gemeinsames Gebäude vorstellen.“ Nach einem Rückzug aus Ochtrup klingt das nicht.

VON ANNE ECKRODT, OCHTRUP


28 · 01 · 12





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