Entwicklung der Gronauer Innenstadt

SEPA will Laborgebäude kaufen


Die SEPA hat bereits vor einer Entscheidung des Rates für einen Investor Fakten geschaffen und sich einen vertraglich geregelten unbefristeten Zugriff auf das Laborgebäude (rechts) samt Grundstück gesichert.Fotos:
Die SEPA hat bereits vor einer Entscheidung des Rates für einen Investor Fakten geschaffen und sich einen vertraglich geregelten unbefristeten Zugriff auf das Laborgebäude (rechts) samt Grundstück gesichert.Fotos:
(Klaus Wiedau)


Gronau - Das nennt man Fakten schaffen: Noch bevor der Rat der Stadt sich für ein Konzept zur Innenstadtentwicklung entschieden hat, ist ein erster Vertrag bereits unterschrieben worden: Die SEPA Projekt- und Entwicklungsgesellschaft aus Stuttgart hat sich das ehemalige M.-van-Delden-Laborgebäude einschließlich eines 2053 Quadratmeter großen Grundstückes von der Eigentümer-Gemeinschaft Niehoff-Sibbing gesichert. „Wir haben einen vertraglich geregelten, zeitlich unbefristeten Zugriff auf die Immobilie“, bestätigte am Freitagnachmittag Mathias Feldick (Projektentwickler der SEPA) auf Anfrage der WN-Redaktion. Auch einer der heutigen Eigentümer des Gebäudes, Franz Sibbing, betonte gegenüber den WN, dass es eine solche Kaufoption gebe.

Mathias Feldick machte in diesem Zusammenhang deutlich, dass keine Verbindung zwischen dem Kaufvertrag für das Laborgebäude und dem Ausgang des Wettbewerbs bestehe. „Es gibt Gerüchte, wonach sich der Vertrag angeblich aufhebt, wenn wir den Wettbewerb nicht gewinnen. Das ist falsch. Der Vertrag hat mit dem Wettbewerb nichts zu tun.“ Die Option sei unbefristet.


Dass der Kauf der Immobilie sinnvoll wäre, wenn die SEPA den Zuschlag für ihr Konzept bekommen sollte, steht außer Frage. In beiden Planungsvarianten, die die Stuttgarter Gesellschaft bei der Vorstellung der Konzepte in der Bürgerhalle präsentierte, ist das Laborgebäude überplant - müsste also weichen.

Aber: Wie sinnvoll wäre der Kauf des Gebäudes, wenn SEPA nicht das Rennen macht? Mathias Feldick: „Diese Frage stellt sich uns - ehrlich gesagt - nicht. Wir haben im Meinungsforum der Stadt die Nase deutlich vorn“, so der Projektentwickler. Zudem habe sich aktuell der Bürgerverein Dinkelaue (wie auch die GAL-Fraktion im Rat) für das SEPA-Konzept ausgesprochen. „Wir haben eine positive Wahrnehmung.“

Ausschlaggebend für den geplanten Kauf der Labor-Immobilie sei unter anderem auch die Frage gewesen, was es für einen Sinn ergebe, wenn man der Konkurrenz den Zuschlag für das Gebäude überlasse.

Der Rat der Stadt wird am Dienstag (31. Januar) über die Gestaltung von Innenstadt und Inselpark beraten. Die Sitzung beginnt um 18 Uhr im Rathaus und ist öffentlich. Eine Entscheidung für einen konkreten Investor/Projektentwickler wird es nach WN-Informationen an diesem Abend aber noch nicht geben. Aus politischen Kreisen war zu erfahren, dass dies unter anderem mit einer Verhandlungszeit zusammenhänge, die sich die Immobilienbesitzer Wilde­rink (denen zentrale Flächen für die neue Planung gehören) und das Unternehmen Bruno Kleine bis April erbeten haben. Vor diesem Hintergrund sei es wenig sinnvoll, wenn sich der Rat jetzt auf ein Konzept festlege, Wilderink und Bruno Kleine am Ende aber ausgerechnet mit dem dann gewählten Investor nicht zurechtkämen.

Insider gehen davon aus, dass es am Dienstag eine Grundsatzentscheidung für oder gegen eine „Spieß“-Lösung (Bebauung von Inseln des Inselparks) geben wird.

Spannend ist dabei sicher auch die Frage, ob die Fraktionen die erforderlichen Mehrheiten zusammenbekommen: Weil die Ratssitzung - wegen der Eröffnung der Scorpions-Ausstellung im Rockmuseum - um eine Woche verschoben wurde, fehlen am Dienstag in einzelnen Fraktionen Mitglieder. Es wird spannend.

VON KLAUS WIEDAU, GRONAU


28 · 01 · 12





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