Rheine. Eine „Närrische Nacht” feierte die traditionsreiche Karnevalsgesellschaft Abendgesellschaft mit Tanz, heiterer Musik und einer gehörigen Portion Humor in der Stadthalle. Sitzungspräsident Detlef Weßling führte zum letzten Male durch die Prunksitzung und ließ es sich nicht nehmen, vor seinem Abschied, eine traurige und eine schöne Pflicht zu erfüllen.
So verabschiedete er zusammen mit Marianne Helmes, stellvertretende Bürgermeisterin, das Prinzenpaar Herbert und Edith Oder und begrüßte die Thronnachfolger Ansgar und Maria Kamp. „Wir sind sehr stolz und glücklich. Rheine, lasst es beben, Karneval ist unser Leben!”, freute sich Prinz Ansgar Kamp und rief ein dreifaches Helau aus.
Tanzpausen mit der „Cheesy Band“ und Showeinlagen der Stadtgarde Rheine lockerten das Programm auf und luden zum Schunkeln und Mitklatschen ein. Jedoch ließ sich das Publikum nicht leicht entzücken und braucht mehrere Anläufe, um letztendlich doch in feierliche Stimmung auszubrechen.
„Monsieur Agon“ alias Manfred Göbler schaffte es mit seiner Comedy-Show als erstes das Eis zu brechen. „Ja in Rheine, muss der Himmel wohl grenzenlos sein. Viele Gäste feiern Feste und ist meine Gage noch so klein, bin ich froh, bei euch zu sein”, sang er in der allen bekannten Melodie des Liedes „Über den Wolken“ von Reinhard Mey. Mit dem Klassiker gewann er die Sympathien des Publikums, die es mit ihm mit stehendem Applaus dafür dankten.
Wohl auch der letzten Amtstätigkeit geschuldet, nutzte Weßling den Abend, um ein ernstes Thema anzusprechen. Die Auflagen für den Bau des Umzugswagens seinen enorm in die Höhe gestiegen. „Jeder Castortransport hat weniger Auflagen. Natürlich hat die Sicherheit immer Vorrang. Aber auf Dauer geht der Karneval dadurch kaputt“, äußerte Weßling meine Sorge und plädierte für eine bessere Lösung mit weniger Auflagen, die das Brauchtum des Umzugswagens nicht weiter einschränken.
Ansonsten hatte Weßling an seinem letzten Abend nur herzliche Worte für sein Gefolge. Er überreichte Karl-Heinz Brauer den Reni-Orden für außerordentliches Engagement im Verein.
Eine nicht aufhören wollende Schlange aus in der Luft wirbelnden Tänzerinnen und Tänzern eroberte erst den Raum, dann die Bühne und zuletzt das Publikum. Mit atemberaubender Akrobatik, Entertaiment und schwungvoller Musik überzeugte die Burggarde Rot-Weiß aus Denklingen.
„Das Besondere an der Abendgesellschaft ist das gewisse Flair“, erläuterte Weßling und ergänzte, dass der älteste Karnevalsverein in Rheine auf jeden Fall wisse, wie man Karneval feiert. Seinen Posten gibt er mit Wehmut aber auch mit Freude ab. Beides halte sich die Waage. Immerhin sei er ab nun nicht aus der Welt, sondern stehe dem Verein auch weiterhin zu Verfügung. “Ich blicke auf viele schöne Jahre zurück.” Detlef Weßling ist über 60 Jahre Vereinsmitglied und hat seit 1999 den Posten des Sitzungspräsidenten wahrgenommen.

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