Loveparade: Datenflut erschwert die Ermittlungen


In Duisburg stehen nahe der Unglücksstelle 21 Kreuze.
In Duisburg stehen nahe der Unglücksstelle 21 Kreuze.
(Foto: dpa)


Düsseldorf/Duisburg - Die Aufgabe ist gewaltig. Mit fast 90 Ermittlern untersuchen Polizei und Staatsanwaltschaft das gesammelte Material zur Loveparade-Tragödie. Allein 900 Stunden Videomaterial müssen gesichtet, mehr als 80 Ordner Planungsunterlagen und unzählige Computerdateien ausgewertet werden. „Wir stehen vor einer Flut von Daten“, gab der Kölner Polizeipräsident Klaus Steffenhagen am Dienstag als Statusmeldung ab.

Er hat bis zu 83 Beamte für diese Fleißarbeit eingesetzt. Sie müssen auch 50 Terabyte Datenmaterial, das auf Rechnern des Veranstalters, der Stadt Duisburg, ebenso bei Polizei und Feuerwehr dort sichergestellt wurde, auf relevante Hinweise durchforsten. Auch mehr als 1000 Hinweisen gehen die Ermittler nach. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft in Duisburg, Rolf Haferkamp, betont deshalb, dass die Ermittlungen einige Zeit bräuchten.


Den fünf dafür freigestellten Staatsanwälten gibt Justizminister Thomas Kutschaty Rückendeckung: „Wir müssen uns im Klaren sein, dass bei solchen Ermittlungsverfahren die Auswertung eine Weile dauert“, sagte er unserer Zeitung. Das sei etwa bei den Ermittlungen zum Zugunglück von Eschede nicht anders gewesen.

Bisher sind bei der Staatsanwaltschaft bereits 220 Anzeigen eingegangen - die meisten davon wegen Körperverletzung und fahrlässiger Tötung, berichtet Rolf Haferkamp. Nur einige enthielten Nötigungsvorwürfe gegen Polizeibeamte.



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