Berlin/Düsseldorf - Kirchliche Sozialwerke oder Einrichtungen für arme Kinder können sich freuen: Das teure Erbe, das Jürgen Möllemann seiner FDP hinterlassen hat, kommt ihnen bald zu Gute. Denn die bislang zweithöchste Strafe für illegale Spenden in der deutschen Parteiengeschichte wird zu einem großen Teil für mildtätige Zwecke verteilt - von den insgesamt 4,3 Millionen Euro sind dies bis zu 1,66 Millionen Euro. Der Rest wandert laut Bundestag in die Staatskasse.
Ungewöhnlich lange dauerte diesmal die Aufklärung. Immerhin mehr als sechs Jahre vergingen, bis jetzt ein vorläufiger Schlussstrich unter den Parteispenden-Skandal gezogen wurde. Lange wurde die FDP- Affäre in den Fraktions- und Parlamentsspitzen wie eine geheime Kommandosache behandelt. Angeblich bevorstehende Termine für die Verkündung des Strafbescheids verstrichen immer wieder. Mitarbeiter, die an der Sache saßen, wurden auf andere Posten versetzt.