"Lustloser" Vortrag: Merkel und Seehofer überzeugten "Abweichler" nicht


Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer sitzen während der Wahl des Bundespräsidenten durch die Bundesversammlung in Berlin neben dem leeren Stuhl des Präsidentschaftskandidaten der schwarz-gelben Koalition.
Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer sitzen während der Wahl des Bundespräsidenten durch die Bundesversammlung in Berlin neben dem leeren Stuhl des Präsidentschaftskandidaten der schwarz-gelben Koalition.
(Foto: dpa)


Berlin - Einen Tag nach der Zitterpartie bei der Wahl des Bundespräsidenten werden neue Details bekannt. Danach konnten sowohl CDU-Parteichefin Merkel als auch der CSU-Vorsitzende Seehofer die Wahlmänner der Union zwischen dem ersten und zweiten Wahlgang mit ihren Reden vor den Fraktionen nicht überzeugen.

„Die haben einen sehr erschöpften Eindruck gemacht“, sagt ein Wahlmann unserer Zeitung. Der „lustlose“ Vortrag habe die „Abweichler“ offenbar nicht überzeugen können. Erst die Rede des scheidenden hessischen Ministerpräsidenten Koch habe „Esprit“ und Brillanz“ gezeigt. Koch habe eindringlich vor einer Blamage für das ganze Land gewarnt. „Wollen wir uns wirklich in die Abhängigkeit der Linkspartei begeben?“, habe Koch gefragt.


Ausdruck der schlechten Stimmung war auch eine Wortmeldung eines Industriellen aus Baden-Württemberg, der „die Berliner“ davor gewarnt habe, sich in zentralen Fragen in die Belange der Länder einzumischen. Daraufhin hätten zahlreiche Abgeordnete aus Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg und auch Nordrhein-Westfalen demonstrativ Beifall geklatscht, darunter auch führende Landespolitiker.

VON FRANK POLKE, MÜNSTER


01 · 07 · 10



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