Düsseldorf - Wohlgewählte Worte, ein fein gezeichnetes Profil und eine klare Mission: Norbert Röttgen spielt seine Trümpfe aus. Denn trotz unfreundlicher Umfrageergebnisse kennt er seine Vorteile für die nordrhein-westfälische CDU: Er hat ausreichend Distanz zum derzeitigen Landesvorsitzenden Jürgen Rüttgers, um dessen Nachfolge er sich bewirbt. Und er setzt - im Zweikampf mit dem Vize-Fraktionschef im Landtag Armin Laschet - auf die bundespolitische Karte. Geschickt münzt er die Bundespolitik, die seine Gegner in NRW als zu große Distanz kritisieren, in eine Frage des Horizonts um.
Als Bundesumweltminister lege er in der aktuellen Energie-Debatte den Kurs für die nächsten Jahrzehnte fest. Davor als Finanzmarktexperte habe er sich intensiv mit Folgen und Risiken der Globalisierung beschäftigt. Klimaschutz, Ressourceneffizienz, wirtschaftliche Modernisierung - alles sind für Röttgen wichtige Zukunftsfragen. Hier gehe es um die Weichenstellung „zwischen kurzfristigen Interessen und langfristiger Verantwortung“, zeichnet Röttgen die große Linie. Und sagt dabei Sätze wie: „Die Fragen nach Wachstum und Wohlstand können wir nicht mehr mit den Mustern der Vergangenheit beantworten.“ Darum müsse die Wirtschaft der Zukunft anders mit Ressourcen umgehen. „Wir müssen heute Politik mit den Augen der Kinder machen.“ Darum sei auch eine „Re-Ideologisierung“ der Schulpolitik, wie sie Rot-Grün jetzt betreibe, der falsche Weg.