Berlin - Das Schlachtfeld war noch nicht aufgeräumt. Über Nacht hatten die Handwerker und Putzleute versucht, im Bundestag die Spuren der dramatischen Bundespräsidentenwahl zu beseitigen. Doch überall lagen im Plenarsaal Papierfetzen herum, fehlten viele der komfortablen Stühle der Abgeordneten. Parlamentspräsident Norbert Lammert bat um Verständnis. Das Rednerpult für Rainer Brüderle war immerhin schon montiert.
Der Wirtschaftsminister sollte mit seiner Regierungserklärung direkt nach der Präsidentenkür eigentlich einen schwarz-gelben Neuanfang anführen. Doch die doppelte Schmach, bevor Christian Wulff (CDU) erst im dritten Anlauf aus den Reihen von Union und FDP zum neuen Staatsoberhaupt gewählt wurde, führte zwangsläufig zu einer Drehbuchänderung. Zum Zustand von Schwarz-Gelb sagte Brüderle wohlweislich nichts.






