Münster - Das Feuerzeug war kaputt. Mit den Streichhölzern des Zimmernachbarn ging es besser. Gleich zwei davon zündete der 23-Jährige auf einmal an und hielt die Flamme an den Körper des gemeinsamen Opfers. Das gestanden er und ein gleichaltriger Mitangeklagter am Montag vor dem Landgericht. Beiden hatten am 20. August vergangenen Jahres einen 58 Jahre alten Zimmergenossen im Haus der Wohnungslosenhilfe in der Nähe des Hauptbahnhofs mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen und angezündet. Der Grund: Der 58-Jährige habe fortgesetzt geredet und ihre Nachtruhe gestört.
Am Montagmorgen sahen sich alle drei vor der Siebten Strafkammer wieder: Das Opfer, ein schmächtiger, freundlicher Mann, der die Attacke knapp überlebte, neun Wochen in einer Spezialklinik und einer Rehaeinrichtung zubrachte und immer noch unter Schmerzen leidet. Und die beiden Männer, die wegen versuchten Mordes angeklagt sind, ebenfalls aus dem Obdachlosenmilieu.