Dienstag, 22.05.2012







Ungewisse Zukunft für Stammzellforscher

Münsterische Forscher zittern um ihr Institut


Stammzellenforscher Prof. Hans Schöler.
Stammzellenforscher Prof. Hans Schöler.
(Foto: Jürgen Peperhowe)


Münster - Für die Stammzellforschung in Nordrhein-Westfalen und speziell in Münster geht es in diesen Tagen um die Wurst. So sieht es jedenfalls Professor Hans Schöler, Direktor des Max-Planck-Instituts für Molekulare Biomedizin in Münster.

Er hat seit 2007 Pläne für das so genannte Care-Institut für Medikamentenforschung entwickelt. Die von Schölers Institut künstlich erzeugten Stammzellen ermöglichen eine neue Methode, Wirkstoffe in großem Stil an erkrankten Zellen außerhalb des Organismus zu testen. Internationale pharmazeutische Unternehmen haben großes Interesse, sich an dem Institut zu beteiligen und in Münster zu forschen, sagt Schöler.


Voraussetzung dafür ist, dass Mittel für die Errichtung des Instituts in den Haushaltsplan des Landes NRW eingestellt werden. Nachdem der frühere Ministerpräsident Jürgen Rüttgers versprochen hatte, das Institut mit rund 60 Millionen Euro zu fördern, signalisierte nach der Wahl auch die neue Landesregierung Bereitschaft. Nun, einen Tag, bevor der Haushaltsentwurf vorgelegt wird, ist aber unklar, ob das Care-Institut darin vorkommt.

In einer Ausschreibung der EU gemeinsam mit großen Pharmafirmen um eine Forschungs-Fördersumme in Höhe von 52 Millionen Euro ist der Antrag eines vom Max-Planck-Institut Münster gegründeten internationalen Konsortiums in der Endausscheidung unterlegen. Begründung: Die Realisierung des Care-Instituts sei zu unsicher.

VON KARIN VÖLKER, MÜNSTER


20 · 12 · 11



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