Mittelstand spart bei IT - Investitionen sinken bundesweit um 2,5 Prozent

Für Investitionen rund um den Computer haben die mittelständischen Betriebe 2009 weniger Geld ausgegeben.Foto:
Für Investitionen rund um den Computer haben die mittelständischen Betriebe 2009 weniger Geld ausgegeben.Foto:
(dpa)


Münster - Die mittelständischen Unternehmen haben 2009 ihre Investitionen in Informationstechnologie (IT) gesenkt. Die Firmen investierten im vergangenen Jahr in diesen Sektor lediglich noch 1862 pro Arbeitsplatz - ein Minus von 2,5 Prozent. Das ist das Ergebnis einer Studie des Marktforschungsunternehmens Techconsult, die der Software-Anbieter Sage in Auftrag gegeben hat.

Im Münsterland fiel der Rückgang viel geringer aus: Hier sanken die IT-Ausgaben pro Stelle lediglich um 0,5 Prozent. Allerdings liegt die Investitionssumme mit 1858 nach wie vor leicht unter dem deutschlandweiten Durchschnitt. Grund für die größere Stabilität im Münsterland ist offenbar, dass die Wirtschaft der Region die Krise des vergangenen Jahres weniger gespürt hat als andere. Maßgeblicher Grund für den Rückgang der mittelständischen Investitionen war nämlich laut Sage-Sprecher Jörg Wassink die Kreditklemme. „Außerdem haben viele kleine Unternehmen im vergangenen Jahr Insolvenz anmelden müssen“, so der IT-Experte. Im gesamten Bundesland Nordrhein-Westfalen liegen die IT-Ausgaben des Mittelstands mit 1922 pro Arbeitsplatz über dem Wert in der Region Münster. Jedoch fiel 2009 der Einbruch mit 1,2 Prozent landesweit höher aus.


Bundesweit sind die IT-Investitionen pro Mitarbeiter in den Ballungszentren am höchsten. Die Mittelständler in München sind mit durchschnittlich 2583 Spitze, gefolgt von den Betrieben im Raum Frankfurt mit 2274 . Hessen gehört auch neben Schleswig-Holstein und Hamburg zu den wenigen Bundesländern, in denen 2009 selbst in der Krise sogar etwas mehr Geld in die IT gesteckt wurde.

Trotz des allgemeinen Rückgangs der IT-Investitionen der mittelständischen Firmen sehen Fachleute in bestimmten Bereichen Wachstumschancen - das gilt insbesondere für die sogenannte „Green IT“. „Effizienzsteigerung und Kostenersparnis stehen bei den Kunden im Vordergrund, das erreicht man durch moderne Geräte mit geringem Stromverbrauch“, sagte Michael Rufer, Pressesprecher des Computerherstellers Dell Deutschland.

Auch auf der IT-Messe Cebit, die heute in Hannover zu Ende geht, spielte „Green IT“ eine große Rolle. Bundesumweltminister Norbert Röttgen betonte dort gestern, dass moderne Technik beim Klimaschutz entscheidend sei. Ohne deren Einsatz seien die notwendigen Verbesserungen nicht möglich. Als Beispiel nannte Röttgen intelligente Stromnetze, um den Verbrauch besser zu steuern.

Der Präsident des IT-Verbandes Bitkom, August-Wilhelm Scheer, forderte von der Regierung, den Ausbau intelligenter Energienetze stärker in den Mittelpunkt der Klimapolitik zu rücken. „In wenigen Jahren werden viele Haushalte Strom nicht nur abnehmen, sondern auch einspeisen - dank der Solarzellen auf dem Dach, einem Blockheizkraftwerk im Keller oder dem Elektroauto in der Garage.“

VON JÜRGEN STILLING, MÜNSTER

05 · 03 · 10



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