Innen hui - außen pfui?


Von außen versprüht das Toilettenhäuschen am Südring-Parkplatz den Charme der frühen 60er. Ein bisschen mehr Pepp könnte das Gebäude schon vertragen.
Von außen versprüht das Toilettenhäuschen am Südring-Parkplatz den Charme der frühen 60er. Ein bisschen mehr Pepp könnte das Gebäude schon vertragen.
(Foto: Rabe)


Raesfeld (era). „Der Außensanierung des Toilettenhauses am Südring wird zugestimmt. Die Kommunale Dienstleistungsgesellschaft wird beauftragt, das Vergabeverfahren durchzuführen“. So stand es im Beschlussvorschlag. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, das Ziegeldach des Toilettenhäuschens gegen ein Blechdach auszutauschen und die jetzigen Dachüberstände einzukürzen. Immer wieder sei es vorgekommen, dass sich Personen an die tiefhängenden Dachrinnen gehängt haben und auf das Dach geklettert seien, erläuterte Bauamtsleiter Theo Passier. Mehrfach sei das Dach beschädigt worden, ebenso hätten mehrfach Pfannen gefehlt. Durch Einkürzung der Dachüberstände werde das sehr niedrige Gebäude größer wirken, so Passier, und integrierte Dachrinnen würden nicht mehr zu Turnübungen einladen. Darüber hinaus sollte - nach den Vorstellungen der Verwaltung - die uneinheitliche, an mehreren Stellen geflickte Klinkerverblendung mit heller Farbe getüncht werden. Kostenpunkt für beide Arbeiten: rund 13.000 Euro.

Anstreichen: Ja - neues Dach: Nein. So reagierte die CDU auf den Verwaltungsvorschlag. In Zeiten des Sparzwangs will die Mehrheitspartei nicht rund 10.000 Euro für ein neues Dach ausgeben. Die rund 3000 Euro für den Anstrich dagegen wolle sie bewilligen, erklärte Jochen Welsing. „Es ist ein heiles Dach. Wir sehen nicht ein, dass wir dort Geld ausgeben“, so Welsing - zumal die Finanzen der Gemeinde „auch nicht mehr das sind, was sie früher einmal waren“.


Die CDU wollte sich nicht von der Argumentation des Bürgermeisters überzeugen lassen. Andreas Grotendorst hatte erklärt, dass auf dem Park- und Wohnmobilplatz am Südring das Toilettenhäuschen von außen einen wenig einladenden Eindruck mache. Innen ist es kürzlich erst saniert worden, auch eine Dusche für die Wohnmobilisten wurde eingebaut (die BZ berichtete). In der jüngsten Vergangenheit sei der neue Wohnmobil-Stellplatz mehr und mehr in den Blickpunkt von Fachzeitschriften und Internetforen gerückt. Von Verlagen kämen immer wieder Anfragen für aktuelle Fotos. Durch die Außensanierung wolle man das Toilettenhäuschen und damit auch den Gesamteindruck an dem wichtigen Anlaufpunkt in Schlossnähe aufpeppen. Georg Baumeister (UWG) sprach sich für die komplette Außensanierung aus, weil ein gutes Erscheinungsbild an der Stelle wichtig sei. Gegen die Stimmen von Grünen, SPD und UWG wurde die Dachsanierung abgelehnt.

Ob - wie am Montag angeregt - ein in Raesfeld ansässiger Wohnmobilhändler möglicherweise an einem Sponsoring interessiert sei, solle geklärt werden. Der Bürgermeister will sich darum kümmern. Über eine Kostenteilung könne man mit der CDU reden, hieß es weiter.



08 · 06 · 10





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