Borken (wen). In einem waren sich die Landtagsabgeordneten Sigrid Beer (Grüne), Stefanie Wiegand (SPD) und Hendrik Wüst (CDU) gestern bei einer Podiumsdiskussion vor Schülern der zehnten Jahrgangsstufe im Remigianum einig: Es gibt immer weniger Kinder in Nordrhein-Westfalen. Stichwort: Demographischer Wandel. Welche Schlüsse aber daraus für die Bildungspolitik in Nordrhein-Westfalen gezogen werden müssen darüber gabs unterschiedliche Ansichten.
Hendrik Wüst (CDU) plädierte für das derzeitige gegliederte Schulsystem. Im Kreis Borken hätten auch Hauptschüler gute Berufsaussichten. "Ein Bäcker muss kein Abitur haben", entgegnete er auf die Kritik von Sigrid Beer. Die schulpolitische Sprecherin ihrer Fraktion aus Paderborn hatte bemängelt, dass im Westmünsterland zu wenig Abiturienten die Schulen verlassen. Außerdem habe der Kreis eine schlechte Quote, was den Bildungsaufstieg im System angehe. Auf 16 Schüler, die herabgestuft würden, käme nur einer, der den umgekehrten Weg nähme. Das hänge auch damit zusammen, dass mit einem Haupt- oder Realschulabschluss gute Berufschancen beständen, so Wüst.