"Rädchen lässt sich nicht mehr zurückdrehen"

Gescher (wr). Da ändert auch ein Brief der Bürgermeister aus der Region nichts mehr: Morgen startet der neue Notfalldienst-Plan mit einschneidenden Veränderungen auch für Gescher: Die wichtigste: Die neuen Kernöffnungszeiten (an denen auf jeden Fall ein Arzt vor Ort ist) in der Notfallpraxis in Coesfeld (beim St. Vincenz-Hospital) gelten ab morgen nur noch samstags, sonntags und feiertags von 10 bis 13 Uhr und von 16 bis 19 Uhr.

In Notfällen, die nicht lebensbedrohlich sind (da gilt weiterhin natürlich die Tel. 112), haben die Gescheraner laut Christopher Schneider, dem Pressesprecher der Kassenärztlichen Vereinigung (KV), werktags folgende drei Möglichkeiten:


Sie können jederzeit zum St Marien-Krankenhaus in Ahaus fahren, das montags, dienstags, donnerstags auch von 18 bis 22 Uhr sowie mittwochs und freitags von 13 bis 22 Uhr Notfallsprechstunden anbietet.

Wer nicht nach Ahaus oder wahlweise zum Krankenhaus in Dülmen fahren kann, der könne im Notfall den Hausbesuchsdienst unter Tel. 0180 - 5044100 anfordern.

In einem schweren Notfall - wie offener Wunde - könne man natürlich jederzeit auch das Krankenhaus in Coesfeld aufsuchen. Kein Hospital dürfe den Patienten in solchen Fällen abweisen, betont Schneider.

Der Pressesprecher sieht Gescher damit gut versorgt. Diese Änderung werde am 1. Februar in kraft treten und vorerst wirksam bleiben. Die Einsatzpläne 2012 für alle diensthabenden Ärzte des Kreises seien geschrieben. "Das Rädchen lässt sich nicht mehr zurückdrehen. Wir haben ja gute Gründe dafür", so Schneider. Denn die alte Regelung habe sich nicht bewährt. Zu wenige Patienten hätten von den Notfalldiensten in Coesfeld unter der Woche Gebrauch gemacht.

Protest löst die Neuregelung bei Bürgermeister Heinz Öhmann aus Coesfeld und seinen Kollegen im Umland aus. Auch Hubert Effkemann versichert: "Man sieht mich auf deren Seite." Gespräche mit Bürgern hätten ihm gezeigt, dass die Möglichkeit einer Notfallversorgung in Coesfeld für Gescheraner hohen Stellenwert hätten: "Das ist ein Stück Lebensqualität für uns", so Effkemann. Mit den Linien R 51 und R 61 nach Coesfeld sei Gescher derzeit "top versorgt." Nach Dülmen dagegen komme man nur schwer



30 · 01 · 12





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