Integrationsausschuss tagte

Schulferne der Eltern erweist sich oft als Problem

Gronau - Die Eltern erscheinen nicht zu Sprechtagen und verfügen nur über mangelnde Deutschkenntnisse, die männlichen Schüler erkennen die Autorität weiblicher Lehrkräfte nicht an: Probleme bei der Integration von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund treten zumindest an einigen Schulen in Gronau und Epe auf. Und da die Lehrkräfte nur schlecht an die Erziehungsberechtigten herankommen, unternahm Salim Cakmak im Integrationsausschuss einen Vorstoß: Er will über Multiplikatoren in Vereinen und religiösen Gemeinschaften versuchen, Eltern und Schule näher zueinanderzubringen.

„Wir“ - damit meinte er die ausländischen Vertreter im Integrationsausschuss - „sind doch fast alle in Vereinen organisiert“, sagte er am Dienstagabend. Ob beim türkisch-islamischen Verein, bei „Austausch und Integration“ oder anderen Vereinigungen: „Überall haben wir doch gute Leute“, so Cakmak. Diese möchte er um Mitwirkung bitten. Zum Beispiel, indem sie sich bei Elternsprechtagen als Dolmetscher zur Verfügung stellen. Denn heute, so ging aus den Antworten einiger Schulen auf eine Umfrage der Verwaltung hervor, müssen oft die Kinder selbst die Gespräche zwischen Eltern und Kindern dolmetschen.


Cakmak will die betreffenden Eltern stärker in die Pflicht nehmen. Dabei sollen die Multiplikatoren helfen. Auch die Geistlichen der jeweiligen Religionsgemeinschaften, so Cakmak, könnten darauf hinwirken, dass Schüler und Eltern die Anliegen der Lehrer ernster nehmen und die Jugendlichen unakzeptables Verhalten abstellen. Eine Idee, die im Gremium auf große Zustimmung stieß. „Es kann nur von Vorteil sein, wenn sich die Vereine dem Problem annehmen“, meinte zum Beispiel Hasim Erdinc.

Anlass der Diskussion war ein Antrag der SPD gewesen, sich bei den Schulen nach dem Stand der Dinge in Sachen Integration zu erkundigen. „Ich hatte eigentlich erwartet, dass es an allen Schulen Probleme gibt“, meinte Chris Breuer (SPD). Doch dem ist nicht so. Eilermarkschule, Overbergschule Hermann-Löns-Schule meldeten kaum Nennenswertes. Auch am Gymnasium gibt es keine auffälligen Schwierigkeiten, die mit der Herkunft der Schüler zu tun haben.

Von den Schulen, die eine Stellungnahme abgegeben hatten, beklagten die meisten vor allem Sprachschwierigkeiten der Kinder und die Bildungsferne der Eltern. Was allerdings nicht immer ein Migrationsproblem sei, sondern eines der sozialen Zugehörigkeit.

Sehr ausführlich hatte die Hermann-Gmeiner-Schule reagiert und unter anderem die Probleme junger männlicher Muslime mit weiblicher Autorität genannt. Viele muslimische Schüler neigten zu Regelverstößen.

Petra Raad (FDP) regte einen Workshop an, zu dem Lehrer-, Eltern- und Schülervertreter aller Schulen eingeladen werden. Dabei sollten die größten Probleme benannt und Lösungsansätze besprochen werden. Der Ausschuss stimmte diesem Vorschlag einstimmig zu.

VON MARTIN BORCK, GRONAU


26 · 01 · 12





TOP ARTIKEL
Topartikel Icon
TERMINSUCHE


Zeitraum:
von Kalender

Fehler: Kein kein gültiges Datum !
Format: dd mm yyyy
bis Kalender
Rubrik:
FAHRPLAN-AUSKUNFT
von:
Haltestelle Str./Nr.
nach:
Haltestelle Str./Nr.


© Münsterländische Volkszeitung - Alle Rechte vorbehalten 2012

Impressum | Datenschutz | AGB | Sitemap
Media-Daten | Netiquette