Raubüberfälle auf Supermärkte und Tankstelle

Vier Jugendliche verurteilt


Erst kamen die Räuber, dann die Polizei. Unter anderem hatten die Jugendlichen Anfang Januar des vergangenen Jahres den Penny-Markt an der Königstraße überfallen. Foto:
Erst kamen die Räuber, dann die Polizei. Unter anderem hatten die Jugendlichen Anfang Januar des vergangenen Jahres den Penny-Markt an der Königstraße überfallen. Foto:
(Klaus Wiedau)


Gronau/Münster - Bei bewaffneten Raubüberfällen auf zwei Lebensmittelmärkte und auf eine Tankstelle im vergangenen Jahr in Gronau verbreiteten die Täter Angst und Schrecken. Jetzt erhielten vier der fünf Angeklagten im Alter von 14 bis 25 Jahren dafür vom Landgericht Münster die Quittung: Wegen schwerer räuberischer Erpressung und Beihilfe verurteilte die Dritte Große Strafkammer zwei Angeklagte zu Freiheitsstrafen von drei Jahren beziehungsweise zu zwei Jahren und acht Monaten.

Der Dritte erhielt eine Jugendstrafe von 20 Monaten, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesprochen wurde. Für den Jüngsten, einen zur Tatzeit erst 14-Jährigen, sahen die Richter einen Freizeitarrest als tat- und schuldangemessen an. Darüber hinaus muss der Jugendliche 60 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten.


Wie der Prozess aufzeigte, dienten die Raubstraftaten alleine der Geldbeschaffung. So verspielte ein spielsüchtiger Angeklagter seinen Anteil an der Beute sofort nach der Tat wieder. Zugunsten der Angeklagten wertete das Gericht, dass sie frühzeitig ein umfassendes Geständnis abgelegt und materielle Schadenswiedergutmachung geleistet oder signalisiert hatten.

Der Vorsitzende Richter der Dritten Großen Strafkammer hatte gerade die Verhandlung geschlossen, da gab es bei einigen der jungen Männer und ihren im Gerichtssaal anwesenden Familienangehörigen kein Halten mehr: Aus Freude darüber, dass die bestehenden Haftbefehle aufgehoben wurden und die Angeklagten mit dem Urteil noch glimpflich davongekommen sind, gab es Küsschen hier, Umarmungen dort.

Für den fünften mutmaßlichen Täter im Alter von 17 Jahren wurde das Verfahren abgetrennt. Zur Frage seiner Schuldfähigkeit soll ein Gutachten eingeholt werden. Im Falle einer Verurteilung droht dem Jugendlichen eine empfindliche Jugendstrafe. Er gilt als Haupttäter für die Überfälle auf die beiden Lebensmittelmärkte und die Tankstelle. Die Gesamtbeute lag bei rund 2000 Euro.



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