-job- KREIS BORKEN. Sie sind alt oder behindert, haben nicht genug Geld, ihren Lebensunterhalt allein zu bestreiten und sind auf die Hilfe von Vater Staat angewiesen. „Grundsicherung im Alter oder bei voller Erwerbsminderung“ heißt im Verwaltungsdeutsch das, was Menschen zusteht, die weder genug Einkommen, Rente noch Vermögen haben, um über die Runden zu kommen.
2069 Männer und Frauen im Kreis Borken bekamen die staatliche Grundleistung vor sechs Jahren - Ende 2010 waren es schon fast 2900. Münsterlandweit legte die Zahl seit 2005 um 28 Prozent zu. Und: Ein Ende dieser Entwicklung, so Hans Ritter, sei vorerst nicht abzusehen. „Die nächsten fünf bis zehn Jahre geht die Entwicklung weiter“, schätzt der Abteilungsleiters Allgemeine Sozialhilfeleistungen beim Kreis Borken. Vor allem alte Frauen, die kaum eigene Rentenansprüche erwerben konnten, machten einen Großteil der Empfänger von Grundsicherung im Alter - gut 62 Prozent - aus. Viele Frauen hätten in den Nachkriegsjahren nicht gearbeitet oder waren Geringverdiener. Und bei Witwen reicht der Anspruch auf 60 Prozent der Renten des Mannes oft vorne und hinten nicht.