Hauptschulen tragen Hauptlast der Inklusion


Behinderte und nicht behinderte Menschen sollen mehr gemeinsam machen, sagt die UN.
Behinderte und nicht behinderte Menschen sollen mehr gemeinsam machen, sagt die UN.
(Foto: Colourbox)


-job- KREIS BORKEN. Wenn man sich bislang an den Schulen der Sekundarstufe im Kreis Borken um das Thema „Inklusion“ kümmert, dann vor allem an den Hauptschulen. Das wurde am Mittwoch im Ausschuss für Bildung und Schule deutlich.

„Die Gymnasien halten sich da bislang dezent zurück“, hieß es dazu in einem Sachstandsbericht. Unter der von den Vereinten Nationen vorgeschriebenen Inklusion (das ist lateinisch und heißt soviel wie Dazugehörigkeit) versteht man in der Bildung unter anderem, dass behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam unterrichtet werden.


Wie Dirk Wasmuth von der Schulaufsicht beim Kreis erläuterte, seien die Schülerzahlen der meisten Förderschulen im Kreisgebiet vor dem Hintergrund zunehmend gemeinsamen Unterrichts rückläufig. Vom Start der „Kompetenzzentren sonderpädagogische Förderung“ im Schuljahr 2010/2011 bis zum kommenden Schuljahr werde die Zahl der Förderschüler zwischen rund 16 Prozent (Pestalozzischule Gronau) und fast 40 Prozent (Brüder-Grimm-Schule Gescher) zurückgehen. In der Primarstufe gibt es derzeit rund 280 Schüler, die einen Förderschwerpunkt haben (etwa Lernen, Sprache oder Eeotionale und soziale Entwicklung).

In etwa gleich bleiben werden die Zahlen an der Neumühlenschule in Borken und der Brückenschule in Reken/Maria Veen, wo vor allem medizinische Gründe für einen Schulbesuch spreche. In beiden Einrichtungen werden derzeit rund 320 Jungen und Mädchen gezählt.

Dass vor allem Hauptschulen derzeit „die Hauptlast“ der Umstellung tragen müssten, verdeutlichte Wasmuth mit dem Hinweis, dass die kreisweit fünf Integrativen Lerngruppen in Bocholt, Borken, Gronau, Vreden und Ahaus allesamt an Hauptschulen arbeiteten. „Hier sind Änderungen hoffentlich in Sicht“, sagte Wasmuth. „Es tut sich eine Menge“, so der Schulaufsichtsbeamte, der fand, dass der Weg zu einem gemeinsamen Lernen richtig sei.

Ein Problem sei, dass das Land die Zahl der Stellen für die neuen Aufgaben auf dem Stand des Schuljahres 2009/2010 festgeschrieben worden sei. Vieles in diesem Bereich sei eine „Ressourcenfrage“, sagte Kreisdirektor Dr. Ansgar Hörster. Ein Problem des zahlenmäßig gedeckelten Personals: Je mehr Schulen es anfragten, um so mehr Schüler müssten sich auch das Personal teilen, hieß es dazu.



03 · 02 · 12





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