Demografiebericht „Heek 2025“

Aktiv gegen den Wandel


Obwohl Heek eine junge Gemeinde ist, wird ein solches Bild zukünftig auch auf den Bürgersteigen der Dinkelgemeinde nicht mehr selbstverständlich sein. Stattdessen wird es wahrscheinlich mehr Rollatoren im Ortsbild geben.Themenfoto:
Obwohl Heek eine junge Gemeinde ist, wird ein solches Bild zukünftig auch auf den Bürgersteigen der Dinkelgemeinde nicht mehr selbstverständlich sein. Stattdessen wird es wahrscheinlich mehr Rollatoren im Ortsbild geben.Themenfoto:
(dpa)


Heek/Nienborg - Fakt ist: Auch die noch kinderreiche Gemeinde Heek wird älter. Das führt der Demografiebericht „Heek 2025“ in allen Konsequenzen vor Augen. Er entwirft für die Zukunft zwei mögliche Wege: ein „Progress-Szenario“, das der Entwicklung gegensteuert, und ein „Konsolidierungs-Szenario“, das alles wie gehabt belässt und mit einem weiteren Rückgang an Einwohnern einhergehen würde. In Heek geht der Trend klar in Richtung „Progress-Szenario“.

Das wurde in der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses deutlich, in der Fachbereichsleiter Jürgen Lammers die Ergebnisse des Demografieberichts noch einmal in Erinnerung rief: „In der oberen Altersgruppen haben wir Zugewinne, in den unteren, besonders bei den 18- bis 25-Jährigen massive Verluste“, so Lammers. Eine Befragung der inzwischen fortgezogenen jungen Leute ergab, dass diese vor allem eingeschränkte Einkaufsmöglichkeiten, fehlende gastronomische Angebote sowie zu wenige Freizeit- und kulturelle Angebote bemängelten.


Das leitete gleich über zu den Analysen der „Zukunftswerkstatt“, in der Heeker Bürger und Experten Leitziele für vier Handlungsfelder sowie Vorschläge zur Umsetzung erarbeitet haben. Lammers stellte sie kurz vor (siehe unten).

Der Ausschuss nahm alle Ergebnisse zur Kenntnis und beschloss, zunächst die Ergebnisse des dritten Workshops der „Zukunftswerkstatt“ am 24. Februar abzuwarten, in dem eine Prioritätenliste aufgestellt werden soll.

Begegnung -soziale Netze

Stärken sind das ausgeprägte Vereinsleben, die vielen Angebote an Freizeitaktivitäten allgemein und der Zusammenhalt in der Gemeinde. Es fehlt aber an Treffs außerhalb des Vereinslebens, Gastronomie, an öffentlichen Plätzen der Begegnung sowie einer aktiven Verbesserung des Umfelds für Zugezogene. Im ersten Handlungsfeld lauten die Empfehlungen: gemeinsame Aktivitäten von Jung und Alt organisieren und zentrale Orte dafür einrichten, Treffpunkte und altersspezifische Angebote schaffen (etwa für Männer ab 55 Jahre), Zugezogene nicht allein lassen (Gutscheinheft, Broschüre), Nachtwächterrundgänge, Café einrichten, bessere Eingliederung von Menschen mit Behinderungen (Barrieren beseitigen, Betreuung durch Ehrenamtliche).

Arbeit, Wirtschaft und Familie

Positiv beurteilt werden der Branchen-Mix, der erhöhte Vielfalt am Wirtschaftsstandort bietet, und die gute Verkehrsanbindung mit Autobahnnähe. Ausbaufähig seien eine aktivere Bewerbung des Gewerbeparks Heek-West sowie die Quantität und Qualität der Arbeitsplätze. Hier lauten die Empfehlungen: Anpassung der Arbeitsplätze an den örtlichen Bedarf (der Qualifizierung entsprechend), Erwerbseinkommen der Familien steigern (Zuzugs- und Bleibestrategie nach der Ausbildung, Wohnkonzept), Schaffung von berufsorientierten Betreuungsmöglichkeiten („Ehrenamtsbörse“), Flexibilisierung der Arbeitszeiten, Verbesserung des öffentlichen Personennahverkehrs (bessere Anbindung an umliegende Bahnhöfe, Busverbindungen optimieren).

Wohnen und Nahversorgung

Vorteilhaft sind das Bürgerbusangebot, Betreutes Wohnen, die akzeptable Grundversorgung, viel freier Wohnraum und Bauplätze zu erschwinglichen Preisen. Verbessert werden sollten die Nahversorgung für Ältere, die Einkaufs-Vielfalt, die Gastronomie, der Bestand an kleineren Mietwohnungen und an attraktivem Bauland. Empfehlungen: bessere Einkaufsmöglichkeiten für junge Familien schaffen (Mode, Technik) Nahversorgung (besonders in Ahle) sicherstellen, Bring-Service oder kleine Läden in den Baugebieten einrichten, Orte sozialer Begegnung schaffen, Umnutzung von leerstehenden Häusern, Zuschüsse der Gemeinde für Altbauten, flexiblere Wohnangebote für jedes Alter (vor allem mehr Single-Wohnungen), Wohnberatung und Grundstücksbörse.

Freizeit, Kultur und Tourismus

Gelobt werden Freizeitangebote wie Angeln, Sport, Jugendreisen, die guten Spielplätze, das Vereinsleben und die Volksfeste. Erwünscht sind mehr Gastronomie, vor allem Cafés, Übernachtungsmöglichkeiten, mehr Angebote für Senioren und eine bessere touristische Nutzung historischer Orte wie der Burg. Im vierten Handlungsfeld soll mehr Attraktivität und Aufenthaltsqualität für Einwohner und Gäste erreicht werden: Treffpunkte schaffen (mit Musikangeboten, Generationenpark), Kulturangebote der Gemeinde stärker mit der Musikakademie verknüpfen (Kneipenkonzerte, Open-Airs, „magische Burgnacht“), mehr Angebote für 16- bis 25-Jährige (öffentlicher Grillplatz mit Hütte, Kletterwand), Außenwahrnehmung stärken (z. B. durch ganzheitliches Marketing).



15 · 02 · 12





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