Bocholterin hat in Indien Ayurveda und in Kalifornien NLP gelernt
„An´anasha“ - zu Deutsch: „Dankbarkeit“ - hat Elisabeth Tockloth ihr Ayurveda- und NLP-Zentrum genannt. (Foto: Carola Korff)
Von Carola Korff
Bocholt „Jeder von uns hat alles, was er braucht immer in sich.“ Davon ist Elisabeth Tockloth überzeugt. Die Bocholterin hat „Neurolinguistisches Programmieren“ in Kalifornien und Ayurveda in Indien gelernt, um sich selbst und andere zu erkennen. Gerade hat die 60-Jährige ihr „An´anasha“ eröffnet: Ein Haus, in dem sie Seminare und Coaching, aber auch ayurvedische Massagen und Stirngüsse anbietet.
Dabei hatte ihr Berufsleben viel nüchterner begonnen. Sie lernte Einzelhandelskauffrau im elterlichen Lebensmittelmarkt, gründete eine Firma für Computeranwendungen und bot Microsoft-Schulungen an. „Bei der Arbeit mit den Teilnehmern habe ich mich gefragt, ob ich nicht mehr vermitteln kann als nur harte Fakten.“
Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens machte Tockloth ein Fernstudium in Anthropologie und lernte dabei die Neurolinguistische Programmierung (NLP) kennen. „Das ist ein ganzheitlicher Ansatz, der hilft, die eigene Konditionierung zu erkennen.“ NLP geht davon aus, dass der Mensch vom Unbewussten geleitet wird. „Es wäre leicht, ungeliebte Verhaltensweisen abzulegen, wenn das über den Verstand steuerbar wäre“, so Tockloth.
„Ich habe teilweise auf Esstischen Massagen verabreicht.“
Elisabeth Tockloth
An der NLP-University im kalifornischen Santa Cruz ließ sich die Bocholterin ausbilden und gab dann jahrelang an der Industrie- und Handelskammer Kurse zur Lernmotivation und Bewerbungstrainings. Dann eröffnete sie eine Praxis in Rhedebrügge. „Ich habe mir bei den Coachings immer gewünscht, die Menschen so tief zu entspannen, dass sie aus dem Kopf rauskommen“, sagt Tockloth. Denn der Verstand habe Angst vor Veränderung.
Da kam es ihr gerade recht, dass sie Ayurveda kennenlernte, wenn auch etwas unfreiwillig: Mit 16 anderen NLP-Trainern war sie nach Indien gereist, um dort eine weitere Ausbildungsstufe zu absolvieren. Am Abschlussabend aß sie Riesengarnelen und bekam davon einen Eiweißschock. Die Kollegen brachten sie zu einem indischen Arzt, der Ayurveda beherrschte. Er konnte helfen und bot der Bocholterin an, sie auszubilden. Doch die lehnte ab. „Ich wollte Urlaub machen.“ Sie reiste nach Kerala und entspannte sich in einem Touristen-Resort. Dort bot ein anderer ayurvedischer Arzt Ölbehandlungen und Massagen an. „Die haben mir so gut getan, dass ich den Arzt gefragt habe, ob er nicht mit nach Deutschland kommt.“ Weil gerade Regenzeit war und keine Touristen in Kerala, sagte er ja und arbeitete in Rhedebrügge zwei Monate mit ihr zusammen.
„Total berührt und erfreut über den Zuspruch der Klienten“ reiste Tockloth wieder nach Indien und ließ sich diesmal von dem ersten Arzt ausbilden. Nach mehreren weiteren Besuchen in Indien, ging die Bocholterin 2006 auf Weltreise. „Ich wollte schauen, wo mein Platz ist.“ Italien, Kanada, Mexiko, Peru und Indien waren ihre Ziele. Unterwegs verdiente sie Geld mit Coachings und ayurvedischen Anwendungen. „Ich habe teilweise auf Esstischen Massagen verabreicht.“
Nach einem Jahr kam sie zurück - zur Hochzeit ihres Sohnes, und um ihr Haus zu verkaufen und wieder loszufahren. Doch als nach acht Monaten kein Käufer gefunden war, baute sie es um und schuf ihr „An´anasha“. „Ich bin zurück bei meinen Wurzeln“, sagt Elisabeth Tockloth. „Ich bin angekommen.“