Neue Serie „Kluge Köpfe“

Julian Hundt: Abi mit 1,0 am Berufskolleg Bocholt-West


Das Erfolgsrezept von Julian Hundt: „Ich habe einfach immer meine Hausaufgaben gemacht und ein paar Tage vor den Klausuren gelernt.“
Das Erfolgsrezept von Julian Hundt: „Ich habe einfach immer meine Hausaufgaben gemacht und ein paar Tage vor den Klausuren gelernt.“
(Foto: Sven Betz)


Bocholt - Mit der Traumnote 1,0 hat Julian Hundt sein Abitur am Berufskolleg Bocholt-West bestanden. Doch wer glaubt, dass hinter einem so guten Schulabschluss ein knallhartes Lernprogramm stecken muss, liegt falsch. „Ich habe einfach immer meine Hausaufgaben gemacht und ein paar Tage vor den Klausuren gelernt“, erzählt der 19-Jährige. „Außerdem hatte ich gute Lehrer, die auch einen großen Beitrag dazu geleistet haben“, zeigt er sich bescheiden.

Die Schule ist Julian Hundt immer schon leicht gefallen. Trotzdem entschied er sich nach der vierten Klasse zunächst für den Besuch der Realschule. „Ich hatte einfach ein falsches Bild vom Gymnasium“, erklärt er. Seine Eltern unterstützten ihn in seiner Entscheidung. „Das war schon echt cool, dass meine Eltern mir als Viertklässler da die Wahl gelassen haben.“


Doch auch ein guter Schüler wie Julian Hundt hat schon einmal eine Sechs bekommen. „Ich bin beim Spicken erwischt worden. Dabei hatte ich den Spickzettel eigentlich gar nicht nötig, sondern nur zur Sicherheit dabei“, so Hundt. Danach verließ er sich lieber wieder ganz auf sich selbst und das offensichtlich mit großem Erfolg.

Neben der Schule blieb Julian Hundt auch genügend Zeit für seine Hobbys. Zwei- bis dreimal pro Woche ging er joggen oder schwimmen. Und auch einen grünen Daumen hat der Abiturient: „Ich züchte gerne Erdbeeren.“ Zusätzlich nahm er mitten im Abi-Stress einen Nebenjob im Supermarkt an. „Ich habe schon gedacht, dass mir das alles ein bisschen über den Berufswunsch: Lehrer

Kopf wachsen könnte, aber das klappt gut“, betont er.

Mit seinem Notendurchschnitt könnte Julian Hundt jetzt problemlos ein Medizinstudium beginnen. Doch das ist nichts für ihn: „Ich war mal bei der Operation von einem Hund dabei, da bin ich fast umgekippt“, erzählt er. Stattdessen will der 19-Jährige lieber Mathe und Informatik in Münster studieren, um Lehrer zu werden. „Ich möchte einfach gerne mit jungen Leuten zu tun haben und in der Schule habe ich mich schon immer wohlgefühlt“, macht er deutlich. „Nur der Schnitt macht das nicht. Man sollte einfach das machen, worauf man Lust hat“, findet er.

Jetzt freut sich der 19-Jährige erst einmal auf sein neues Leben als Student in Münster: „Da bin ich endlich eigenständig. Gleichzeitig bin ich aber auch nicht zu weit von meiner Familie weg.“

VON DANIELA HARTMANN


21 · 06 · 10



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