Trauerfeiern nach dem gewaltsamen Tod eines 18-Jährigen in Schöppingen


Mehr als 100 Jugendliche kamen am Donnerstagabend zu einem Gespräch mit Pfarrer Wolfgang Böcker, dem Jugenhausleiter Rainer Scharmann und Polizeibeamten in die Hueskamp-Turnhalle. Mehr als 500 trauerten später am Tatort.Foto:
Mehr als 100 Jugendliche kamen am Donnerstagabend zu einem Gespräch mit Pfarrer Wolfgang Böcker, dem Jugenhausleiter Rainer Scharmann und Polizeibeamten in die Hueskamp-Turnhalle. Mehr als 500 trauerten später am Tatort.Foto:
(kw)


Schöppingen - Trauer in Schöppingen nach dem gewaltsamen Tod eines 18-jährigen Jugendlichen: Zum Gespräch trafen sich am Donnerstag um 18 Uhr mehr als 100 Jugendliche in der Hueskamp-Turnhalle, wo sich Pfarrer Wolfgang Böcker, der Leiter des Jugendzentrums „Haltestelle“, Rainer Scharmann, und Polizeibeamte ihren Fragen stellten.

Nach der Begrüßung durch Böcker und Scharmann wurden Medienvertreter von der Teilnahme ausgeschlossen, um den jungen Menschen einen geschützten Raum für ihre Trauer zu geben. Böcker: „Das ist Eure Veranstaltung.“ Und: „Wir lassen uns nicht vor irgendeinen Karren spannen, es geht um Eure Trauerbewältigung“, so der Pfarrer weiter, der aus diesem Grund auch die Politiker des Ortes gebeten hatte, von einer Teilnahme an diesem Treffen abzusehen. Sichtlich angespannt, manche weinend, verließen die jungen Schöppinger am Ende die Turnhalle.

Um 19.30 Uhr fand im Anschluss ein Gottesdienst statt. Parallel dazu trafen sich rund 100 Menschen am Tatort, dem Spielplatz unweit der Straße „Kohkamp“, um dort Kerzen zu entzünden, ehe viele von ihnen auch zur Kirche gingen. Schweigend zogen die Menschen schließlich nach dem Gottesdienst von der Kirche zum „Kohkamp“, um im Schein von Fackeln Lichter als Zeichen ihrer Trauer und Anteilnahme mit der Familie des gewaltsam getöteten jungen Mannes unter einer Eiche aufzustellen.

Beobachter schätzten die Zahl der Teilnehmer zu diesem Zeitpunkt auf mehr als 500 Menschen. Die Stille des ergreifenden Moments der Trauer wurde nur durch Gitarrenklänge unterbrochen: „Knocking on heavens door“, gespielt von einem Jugendlichen.

„Schwere Tage liegen hinter uns“, hatte Jugendhaus-Leiter Rainer Scharmann den Jugendlichen zu Beginn des Gespräches in der Hueskamp-Turnhalle zugerufen. Und: „Der schwerste Tag steht uns noch bevor“, machte er als Hinweis auf die heute stattfindende Beerdigung des Opfers deutlich. Schöppingen trauert auch heute weiter.

VON KLAUS WIEDAU


27 · 08 · 09



MEHR ZUM THEMA




TOP ARTIKEL
Topartikel Icon
TERMINSUCHE


Zeitraum:
von Kalender

Fehler: Kein kein gültiges Datum !
Format: dd mm yyyy
bis Kalender
Rubrik:
FAHRPLAN-AUSKUNFT
von:
Haltestelle Str./Nr.
nach:
Haltestelle Str./Nr.
MÜNSTERLAND


© Münsterländische Volkszeitung - Alle Rechte vorbehalten 2012

Impressum | Datenschutz | AGB | Sitemap
Media-Daten | Netiquette