Neugestaltung der Amtsstraße

Ortsdurchfahrt dient als Blaupause

Schöppingen - Beim Umbau der Amtsstraße soll die neue Ortsdurchfahrt als Blaupause dienen. Breite Gehwege, eine graue Pflasterung, niedrige Bordsteine und moderne Lampen - die Optik steht damit im Grunde schon fest. Gesprächsbedarf gab es bei der Bürgerversammlung am vergangenen Mittwoch im Rathaus dennoch.

Vor allem die Fahrbahnführung im Bereich des Rathauses erwies sich in der Diskussion als Knackpunkt. Ist es eine gute Idee, die Straße im Bereich der Kurve so eng zu halten, dass zwei größere Fahrzeuge nicht gleichzeitig passieren können? „Eine andere Möglichkeit haben wir nicht, wenn wir die schwächeren Verkehrsteilnehmer durch breitere Gehwege schützen wollen“, erklärte Olaf Timm vom zuständigen Planungsbüro aus Münster. Mehr Platz sei einfach nicht vorhanden. „Und wir können ja keine Häuser abreißen“, sagte Bürgermeister Niehoff.


Durch die schmale Straße würden alle zum langsamen Fahren gezwungen, argumentierte Timm. Eine Beschränkung der Geschwindigkeit, wie sie einige Anwohner vorschlugen, sei nicht nötig. Die Planer nahmen aber die Anregung auf, im Ortskern häufiger eine Messanlage einzusetzen.

Durch die enge Fahrbahn solle die Amtsstraße außerdem für Laster unattraktiv werden. Ob man diesen - mit Ausnahme von Anlieferern - nicht gleich die Durchfahrt verbieten könnte? „Das halte ich aus rechtlicher Sicht für unrealistisch“, so Timm. Bei der Amtsstraße handele es sich um eine verkehrswichtige Straße, die man nicht einfach für den Lkw-Verkehr sperren könne.

Anregungen brachten die Bürger auch in Sachen Parkmöglichkeiten vor. Die Pläne sehen im Bereich des K+K-Marktes entweder acht Stellplätze längs zur Straße oder elf Stellplätze, von denen einige quer ausgerichtet sind, vor. Die zweite Variante schien auf größere Zustimmung zu treffen.

Weniger einverstanden erklärten sich einige Bürger aber mit der Regelung, dass künftig an einigen Stellen der Amtsstraße auf beiden Seiten geparkt werden kann. Sie befürchten, dass große Fahrzeuge noch weniger gut durchkommen könnten. Zumindest sollte es auf allen Parkplätzen eine zeitliche Beschränkung geben, forderten die Bürger.

Um die Sicherheit vor allem der Schulkinder zu gewährleisten, soll der Zebrastreifen auf der Amtsstraße erhalten bleiben. Eine Ampel werde das Straßenverkehrsamt wohl nicht genehmigen, erklärte Timm. Auf Wunsch der Bürger soll der Fußgängerüberweg aber besser ausgeleuchtet werden. Apropos: Die Platzierung der neuen Lampen soll ebenfalls mit den Anwohnern abgestimmt werden.

Auch zur Begrünung hatte das Publikum Fragen. Dort, wo keine Parkplätze vorgesehen sind, soll der Straßenrand weiter bepflanzt bleiben, erklärte Bürgermeister Josef Niehoff. Es würden außerdem nur kranke Bäume ausgetauscht.

Der Umbau der Straße soll rund 580 000 Euro kosten. Darin enthalten ist auch eine vorgeschaltete Kanalsanierung. Die Gemeinde rechnet mit einer Förderung in Höhe von 60 Prozent durch das Land. Auf die Anwohner komme voraussichtlich eine Gebühr von 1,45 Euro pro Quadratmeter zu, wobei die Grundstücksgröße nach der Satzung festgelegt werde, erklärte Niehoff. „Unser Ziel ist es, diesen Richtwert zu treffen oder sogar drunter zu bleiben.“

Die Planung sieht eine Zweiteilung der Maßnahme vor. Die Erreichbarkeit der Grundstücke werde gewährleistet, versprach Niehoff. So sollen während des Baus die Mühlenstiege und die Feuerstiege geöffnet werden. Auch die Lieferung von Strom und Wasser sowie die Müllabfuhr sollen nicht beeinträchtigt werden.

Mitte Februar entscheidet der Rat über die Zukunft der Amtsstraße. Die Gemeindeverwaltung möchte das Bau- vorhaben möglichst schnell ausschreiben. Sie rechnet mit einer Bauzeit von sechs bis sieben Monaten - eine Sommerpause soll es während der Maßnahme nicht geben. An Weihnachten soll das Projekt fertig sein.

VON ANNE ALICHMANN, GRONAU


27 · 01 · 12





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