Ascheberg - Ein Holunderstrauch hat diese Woche Telefondrähte glühen lassen. Die Polizei wurde mit dem Thema beschäftigt, der RWE-Konzern hat sich des Strauchs angenommen. Und am Ende steht ein Ergebnis, das alles Aufregen vom Tisch wischt.
Vor einem Jahr hat die RWE dem Nabu das Transformatorhäuschen an der Altefeldstraße inklusive der Nebenflächen für einen Euro als Vogelhotel verkauft. Der Nabu hat Nistkästen angebracht, Hubert Langer aus Ascheberg sich um das Grün am Trafo-Häuschen gekümmert. Als er diese Woche nach dem Rechten schauen wollte, war der Ascheberger Naturfreund entsetzt. Ein Holunderstrauch, der neben zwei Haselnuss-Sträuchen und einer Eberesche auf dem Grundstück stand, war direkt über dem Boden abgeschnitten. Dort, wo der Ascheberger Blumensamen ausgebracht hatte, lagen Stammstücke einer Buche. Hubert Langer suchte Hilfe beim Bezirksbeamten der Polizei, Michael Lücke, dem er eine Anzeige in den Block diktierte. Er musste nicht lange nach dem Urheber suchen. Der RWE-Konzern startet Ende des Monates mit dem Ausbau der 10 000 Volt-Leitung nach Ascheberg. „Im Vorfeld der Aktion wurde der Leitungsschutzstreifen untersucht, weil Eingriffe bei Bäumen und Sträuchern nur bis zum 28. Februar möglich sind. In der Nähe des Trafo-Häuschens musste eine Buche beseitigt werden. Damit haben wir ein Unternehmen beauftragt“, schildert RWE-Pressesprecherin Irmgard Mehring den vorher unbekannten Teil der Geschichte. Das beauftragte Unternehmen wählte den kürzesten Weg von der Altefeldstraße zur Buche und beseitigte den Holunderstrauch. „Das hätte nicht passieren dürfen“, räumt Mehring für die RWE ein. Sie äußert zudem Verständnis für den Ascheberger Naturfreund: „Ich kann mir gut vorstellen, wie das auf jemanden gewirkt hat, der mit dem Herzen dabei ist.“