Weltoffener Dülmener


Der Herzog von Croy (Mitte) beim traditionellen Wildpferdefang in Dülmen mit seinem seinem Sohn (l.).
Der Herzog von Croy (Mitte) beim traditionellen Wildpferdefang in Dülmen mit seinem seinem Sohn (l.).


Dülmen. Diejenigen, die ihn kennen gelernt haben, beschreiben ihn als freundlich, offen und sehr nett. Für seine Familie war Carl Emanuel Herzog von Cro˙, der am vergangenen Dienstag im Alter von 96 Jahren gestorben ist, der ruhende Pol. An ihn wandten sie sich, wenn sie Hilfe oder Rat bei einer schwierigen Entscheidung brauchten. Er konnte immer weiterhelfen - aufgrund seiner Lebenserfahrung, seiner umfassenden Bildung und seines profunden Wissens. „Mein Vater war ein Mann des Jahrhunderts“, sagt sein Sohn Rudolph, der mit dem Tod des Vaters Herzog von Cro˙ geworden ist.

Geboren wurde Carl Emanuel Herzog von Cro˙ im Kaiserreich, 1914 in Düsseldorf. Er wuchs in Dülmen in der Zeit der Weimarer Republik auf und erlebte die Nazi-Herrschaft, war Soldat im Zweiten Weltkrieg, erlebte die Bombenangriffe auf Dülmen, den Wiederaufbau und die Entwicklung der Bundesrepublik sowie die Wiedervereinigung. Der Mann, dessen Muttersprache Französisch war, der sein Jurastudium in der Schweiz absolvierte, den Reisen durch Europa und auf andere Kontinente führten, der viel las, sich für Zeitgeschichte ebenso wie für Philosophie interessierte, der in Atlanten schmökern konnte, wie andere in Büchern - er fühlte sich in Dülmen verwurzelt.


Gerne habe er über das alte Dülmen und seine Menschen erzählt, sagt sein Enkel Carl-Philipp. Er erinnert sich auch daran, wie lustig es oft mit seinem Großvater war.

1954 zog der Herzog von Cro˙ mit seiner Ehefrau Gabrielle Herzogin von Cro˙ nach Haus Merfeld, wo er bis zu seinem Tod lebte. Luxus und Glamour bedeuteten dem Mann, dessen Familie umfangreiche Ländereien besitzt, nichts, sagt sein Sohn. Wichtig waren die Familie und die Religion.
Carl Emanuel Herzog von Cro˙ wird Mittwoch in der Familiengruft beigesetzt.



21 · 06 · 11





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