Stadt ist nicht frei von Barrieren


Für ältere Menschen, die mit einem Rollator unterwegs sind, ist das Kopfsteinpflaster oft nur schwer zu bewältigen.
Für ältere Menschen, die mit einem Rollator unterwegs sind, ist das Kopfsteinpflaster oft nur schwer zu bewältigen.
(Hülsheger)


Dülmen. Die goldenen Stolpersteine sind ein Blickfang. Sie erinnern an das jüdische Leben in Dülmen. Und sie sind anhand ihrer Farbe für Fußgänger schon von weitem gut zu erkennen. Allerdings sind es nicht die einzigen Stolpersteine in der Dülmener Innenstadt. An einigen Stellen gibt es Kanten, die für Fußgänger gefährlich und für die Benutzer von Rollatoren und Rollstühlen mühsam zu bewältigen sind.

So machten in den vergangenen Wochen einige Passanten Bekanntschaft mit zwei hochstehenden Pflastersteinen vor der Drogerie Müller. Mehrere Kunden kamen zu Fall. Eine DZ-Leserin hatte sich unter der Rubrik „Aufgefallen“ bei zwei Herren bedankt, die ihr nach einem Sturz aufgeholfen hatten. Diese Stolperfalle wurde mittlerweile vom Baubetriebshof der Stadt Dülmen ausgebessert.


Doch an einigen anderen Stellen passt man besser gut au auf, wo man hintritt. In den Kopfsteinpflasterstreifen der Tiberstraße haben sich ebenfalls Stolperkanten und ein paar Löcher gebildet. Zudem sind manche Steine locker. „Die Kollegen gehen mit offenen Augen durch die Stadt und geben Schäden gleich an den Baubetriebshof weiter“, sagt Stefanie Löhn von der städtischen Pressestelle.

Das Kopfsteinpflaster ist gerade für viele ältere Bürger, die mit einem Rollator oder einem Rollstuhl unterwegs sind, ein Ärgernis. „Überall gibt es Ecken und Kanten, wo man hängen bleibt. Zudem sind viele Bordsteine zu hoch und nur schwer zu passieren“, sagt eine Dame, die mit ihrem Rollator in der Innenstadt unterwegs ist.

Die neue Pflasterung auf der Markt- und Viktorstraße sowie auf dem Königsplatz kommt bei den Passanten gut an. Zwar hatte es besonders über das Pflaster der Viktorstraße Beschwerden gegeben. Mittlerweile habe sich das Pflaster aber gesetzt, teilt die Stadt mit.

Bei einer Begehung der Interessenvertretung Menschen mit Behinderung und chronischen Erkrankungen habe es keine Beanstandungen gegeben. „Wir haben bei unseren Begehungen auch immer einen Rollstuhlfahrer dabei“, erklärt Annette Hullermann von der Interessenvertretung. Erfreulich sei, dass fast alle Geschäfte ebenerdig oder über eine Rampe zu erreichen sind. Doch so gut das neue Pflaster ist: „Es gibt schon wieder einige lose Stellen und Kanten auf der Marktstraße“, hat Erhard Kuntz festgestellt.

Auch in den Seniorenheimen befasst man sich mit diesem Thema. Clemens Timmerkamp, Heimbeirat im Haus am Park, nennt einige Schwachpunkte. An der Kreuzung Borkener Straße/Lohwall steht ein Verkehrsschild mitten auf dem Gehweg. Es sei es schwer mit einem Rollstuhl, aber auch mit einem Kinderwagen, daran vorbeizukommen.

Timmerkamp wünscht sich in Höhe des „Hauses am Park“ an der
Halterner Straße eine Verkehrsberuhigung. Denn die Straße zu überqueren sei fast unmöglich und Autos und Lkw würden hier mit erheblicher Geschwindigkeit fahren.

Eine Bewohnerin der Seniorenresidenz Marienhof hatte sich ebenfalls bei der DZ gemeldet und findet Dülmen nicht behindertenfreundlich. „Viele Barrieren wie Treppen, Stolperkanten, Kopfsteinpflaster, Baumwurzeln, unebene Straßen sind jeden Tag wieder eine Herausforderung“, schreibt sie.

So sehen es an manchen Stellen auch die Altenpfleger. „Der Bereich Tiberstraße bis zum Marktplatz ist für Senioren schwer zu bewältigen“, sagt Andrea Kappert. Die neue Pflasterung sei wesentlich angenehmer, gerade für Rollstuhlfahrer gäbe es weniger Vibrationen.

VON PATRICK HÜLSHEGER


30 · 01 · 12




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