Dülmen. Andries Broekhuijsen lässt keine Zweifel aufkommen. Nach dem für ihn positiven Richterspruch aus Leipzig (DZ berichtete) ist er bereit, weiter für sein Anliegen zu kämpfen. „Wir werden jetzt genau schauen, wie es am Krematorium weitergeht. Ich erwarte, dass die Hallen leer gefahren werden und der Betrieb dann eingestellt wird.“ Schließlich haben die fünf Berufsrichter am Bundesverwaltungsgericht in Leipzig die Baugenehmigung der Stadt Dülmen für die Feuerbestattungsanlage aufgehoben. „Und damit ist auch die Betriebserlaubnis futsch“, ist sich Broekhuijsen sicher. Der Nachbar will erreichen, „dass die Öfen abgeschaltet werden“. Notfalls will er dies gerichtlich durchsetzen. „Die Zeit, dass wir mit Transparenten über die Straße gezogen sind, ist vorbei.“
Der Kläger berichtet im DZ-Gespräch aber auch, dass sich sein primäres Ziel, das Krematorium im Dernekamp zu verhindern beziehungsweise zu beseitigen, im Laufe der Jahre gewandelt habe. „Wir wollten zuletzt eine Grundsatz-Entscheidung - und wir sind in unserer Meinung bestätigt worden, dass ein Krematorium in einem Gewerbegebiet nichts zu suchen hat.“ Krematoriums-Betreiber Bernd Leichtweis hingegen sieht die Sache locker. „Natürlich haben einige Bestatter angerufen, weil sie wissen wollten, wie es nun weitergeht“, gesteht er. „Wir werden aber auch weiterhin Aufträge annehmen.“ Er sieht jetzt die Stadt in der Pflicht. „Ich habe eine rechtskräftige Baugenehmigung in der Hand.“ Daher habe er auch seine sieben Mitarbeiter beruhigen können. Arbeit gebe es genug: „Wir sind kurz vor der 18000. Einäscherung. Im vergangenen Jahr waren es genau 6452.“ Täglich würden rund 35 Leichnam-Verbrennungen durchgeführt.