Auch den Bauern droht Fachkräftemangel


Gäste des Kreisverbandstages: v.l. Sozialwissenschaftler Dr. Steffen Kröhnert, Regionalrats-Vorsitzender Engelbert Rauen, Kreislandwirt Anton Holz, KLJB-Bezirksvorstandsmitglied Alexander Kleuter, Kreisverbandsvorsitzender Franz Kückmann, Arbeitsagentur-Leiterin Barbara Ossyra und Kreisverbands-Geschäftsführer Raphael van der Poel. Foto: ul
Gäste des Kreisverbandstages: v.l. Sozialwissenschaftler Dr. Steffen Kröhnert, Regionalrats-Vorsitzender Engelbert Rauen, Kreislandwirt Anton Holz, KLJB-Bezirksvorstandsmitglied Alexander Kleuter, Kreisverbandsvorsitzender Franz Kückmann, Arbeitsagentur-Leiterin Barbara Ossyra und Kreisverbands-Geschäftsführer Raphael van der Poel. Foto: ul


Senden. "Wir hier im Kreis Coesfeld sind top drauf!", betonte gestern Franz Kückmann beim Verbandstag des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Coesfeld in der Steverhalle in Senden. "Wir dürfen ihn auch Bauerntag nennen", flachste der Havixbecker, der ein letztes Mal als Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Coesfeld am Rednerpult stand. Im Frühjahr wird sein Nachfolger ins Amt gewählt. Mit seinem Lob bezog er sich auf den Wirtschaftsstandort Kreis Coesfeld: "In diesem Geschäft ist die Landwirtschaft ein wichtiger Faktor und am Erfolg haben wir alle durch unsere zuverlässige Arbeit und Leistung mitgewirkt."

Zu den Gastrednern, die vor mehr als 300 Gästen sprachen, zählte auch Barbara Ossyra. Selbstverständlich hatte die Leiterin der Agentur für Arbeit in Coesfeld ein paar Zahlen mitgebracht: "Mit einer Arbeitslosenquote von 2,9 Prozent können wir von Vollbeschäftigung sprechen und haben damit in NRW ein sehr gutes Ergebnis zu bieten. Noch gibt es im landwirtschaftlichen Bereich keinen Fachkräftemangel, aber in Zukunft dürfte es schwieriger werden."


Dass es sich mit dieser Aussage nicht nur um eine Vermutung handelt, konnte Kückmann mit weiteren Daten belegen: "Jedes Jahr gibt es drei Prozent weniger landwirtschaftliche Betriebe, wobei die Zahl der Mitarbeiter um etwa acht Prozent ansteigt." Der stürmischen Entwicklung der Landwirtschaft, die ihren Ausdruck - nicht immer zur allgemeinen Bürgerfreude - in neuen Stallungen und Biogasanlagen findet, hielt Raphael van der Poel, Geschäftsführer des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Coesfeld, entgegen: "Die Anzahl der Stellungnahmen "Bauen im Außenbereich" der Landwirtschaftskammer Coesfeld/Recklinghausen ist von 649 im Jahr 2009, auf 580 im Jahr 2010 und 468 im Jahr 2011 zurückgefallen." Gleichzeitig machte van der Poel in seinem Geschäftsbericht darauf aufmerksam, dass der Landwirtschaft ihr ureigenes Produktionsmittel - "Ich spreche von Grund und Boden" - verbleiben müsse, um vermehrt den Energiebedarf zu stillen und weiterhin gute und gesunde Qualitätslebensmittel erzeugen zu können.

Um Wissenswertes "Zur demografischen Lage der Nation" kundzutun, hielt der Sozialwissenschaftler Dr. Steffen Kröhnert ein Referat: "In 2050 werden wir zwölf Millionen weniger Menschen sein. Ausgehend von dieser Zahl gibt es dann ein Drittel weniger Erwerbsfähige als heute. Das bedeutet, dass der Wohlstand und die Wirtschaftskraft von weniger Menschen bestritten werden muss."

Zur Bevölkerungsentwicklung im Münsterland konnte Engelbert Rauen, Vorsitzender des Regionalrates Münster, noch einige Fakten in die Runde geben: "Das Durchschnittsalter in der Bevölkerung wird 2030 bei etwa 50 Jahren liegen. Das heißt: Die Hälfte ist älter als 50."



06 · 01 · 12





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