Lüdinghausen - Sie wollen sich engagieren für eine lebendige und glaubwürdigere Kirche mitten in der Welt von heute, für eine Glaubensgemeinschaft, die gefährliche Trends, aber auch Chancen moderner Gesellschaften benennt, ihre oft verborgenen Lähmungen sichtbar macht und aus der befreienden Hoffnungsbotschaft der Bibel heraus Menschen zu echten gesellschaftlichen Aufbrüchen ermutigt. Und das angesichts der aktuellen fundamentalen Glaubwürdigkeitskrise ihrer Kirche, die in der öffentlichen Wahrnehmung weithin als strukturell verkrustet, merkwürdig weltfremd und - betrachtet man die Reaktion auf das riesige Ausmaß aufgedeckter Missbrauchsfälle - kaum umkehr- oder reformfähig erscheint. Foto:
Mehr als 90 Interessierte drängten sich am Montag in den größten Saal der Lüdinghauser Familienbildungsstätte. Angekündigt war ein Vortrag von Prof. Dr. Jürgen Manemann, politischer Theologe in der Nachfolge von Johann B. Metz, heute Direktor des Forschungsinstituts für Philosophie in Hannover. Sein Thema: „Kirchenkrise und Gotteskrise“. Diese Sonderveranstaltung des Theologischen Forums bekam im Laufe des Abends eine ganz besondere Note, weil einem „diagnostischen“ Vortrag auf hohem Reflexionsniveau eine beherzte Diskussion folgte, die keinen der Anwesenden kaltließ.