Bowling trotz Rollator


Irmgard Schliwinski (2.v.r.) ist eine der ersten Patientinnen, die mit der neuen Wii trainieren. Bei einer Übung auf dem Balance-Board zeigte sie (v.l.) Theodor Spinne, Gisela Sebbel und Dr. Annette Rudolph ihr Können. Foto:
Irmgard Schliwinski (2.v.r.) ist eine der ersten Patientinnen, die mit der neuen Wii trainieren. Bei einer Übung auf dem Balance-Board zeigte sie (v.l.) Theodor Spinne, Gisela Sebbel und Dr. Annette Rudolph ihr Können. Foto:
(nn)


Lüdinghausen - Fast möchte man sagen: „Wii“ in alten Zeiten, wenn die Patienten des St.-Marien-Hospitals beim Bowlen alle Zehn abräumen. Der kleine Unterschied: Ob Bowling, Boxen oder Tennis - alles geschieht im selben Raum und mit elektronischer Unterstützung. Der Förderverein Initiativkreis St.-Marien-Hospital spendete jetzt dem Zentrum für Akutgeriatrie und Geriatrische Rehabilitation eine Wii-Spielekonsole, heißt es in einer Pressemitteilung.

Zukünftig stehen zahlreiche Videospiele für die Therapie zur Verfügung. Sie soll en den älteren Menschen bei Bewegungsabläufen helfen und die Motorik sowie das Gehirn trainieren. Mit den Armen oder Beinen steuern die Patienten einen drahtlosen Controller, dessen Sensor die Bewegungen auf den Bildschirm überträgt. So sind neben Boxen, Tennis und Aerobic auch Balance-Übungen oder das Training der Hand-Kopf-Koordination möglich.


Der Spaß bei den Übungen ist dem Erfolg nur zuträglich: „Die Übungen laufen unbewusst ab. Die Patienten sind motivierter und lachen viel. Das Ergebnis sind wesentlich lockere und geübtere Bewegungsabläufe“, erklärt Theodor Spinne, der als Physiotherapeut die Einführung der Konsole betreute. „Wenn die Patienten mit einem elektronischen Gegner boxen oder Tennis spielen, ist es erstaunlich, wie viele von ihnen dann gewinnen wollen“, hat er festgestellt.

Auch aus medizinischer Sicht sei das Gerät eine willkommene Therapie-Ergänzung. „Durch die Konsole wird sichtbar, was gerade im Körper des Patienten passiert. Mit eigenen Profilen können unter anderen auch individuelle ,Spielpläne für die Patienten erstellt werden, die etwa bei der Gewichtsreduktion den Body-Mass-Index (BMI) berechnen“, so Dr. Annette Rudolph. Die Oberärztin im Zentrum für Geriatrische Rehabilitation und Akutgeriatrie hatte schon lange den Wunsch, eine Spielekonsole in der Klinik einzuführen.

Ermöglicht wurde es nun durch das Engagement des Initiativkreises. „Wir haben uns für die Wii entschieden, weil sie sich auch für Menschen eignet, die keinerlei Erfahrung mit Computer- oder Videospielen haben. Auch ältere Menschen, die auf Rollator oder Rollstuhl angewiesen sind, können mitmachen“, freut sich Gisela Sebbel, Vorsitzende des Initiativkreises.  Der Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, das Krankenhaus durch Spenden und ehrenamtliches Engagement zu unterstützen, heißt es abschließend.



25 · 09 · 11




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