Telefonabzocke wird immer dreister
Nottuln - Dreiste Abzocke: Die Firma Pepper United S.R.O. mit Sitz in der Slowakei versucht, mit falschen Telefonrechnungen an das Geld der Bürger zu kommen. Bei dem Nottulner Michael Weckesser war das dubiose Unternehmen allerdings buchstäblich wie auch im sprichwörtlichen Sinne an der falschen Adresse.

Weckesser merkte mit einem Blick auf die Rechnung, dass etwas nicht stimmen konnte. „Ich sollte 90 Euro für Gespräche von einem Handy bezahlen, die mehr als zwei Jahre zurücklagen - nämlich vom 28. Dezember 2007 datierten. Angegeben war eine Handynummer, die ich nie besessen habe.“ Der Nottulner fackelte nicht lange und ging zur Polizei.


Wer im Internet über die Firma Pepper United recherchiert, stößt schnell auf Berichte, die die betrügerischen Absichten des Unternehmens bestätigen. Die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein zum Beispiel berichtet auf ihrer Homepage (www.verbraucherzentrale-sh.de) mehrfach über die Firma, die zuvor unter anderen Namen firmierte. Mit Datum vom 19. November schreiben die Verbraucherschützer zum Beispiel: „Über die TRC Telemedia und ihr dubioses Geschäftsgebaren haben wir bereits mehrfach berichtet. Inhaltlich hat sich an der Abzockmasche zwar nichts geändert, jedoch haben die Betreiber nach Kenntnis der Verbraucherzentrale Schles­wig- Holstein zum vierten Mal in diesem Jahr den Namen geändert. Hier die uns bekannten Namen in chronologischer Reihenfolge: TRC Telemedia AG, MB Direct Phone Ltd., Roxborough Management Inc. und nun: Pepper United S.R.O.“

Der Name Roxborough Management Inc. taucht im Übrigen auch in dem Schreiben an Michael Weckesser auf. Während es sich bei ihm lediglich um eine Zahlungsaufforderung handelt, haben die Verbraucherschützer auch Briefe vorliegen, in denen zusätzlich mit dreisten Drohungen wie Gerichtsverfahren, „negativen Einträgen“ und weiteren Maßnahmen Druck auf die Bürger ausgeübt wird.

Die Polizei empfiehlt, solche Schreiben sehr genau zu prüfen, ob die Rechnung zutreffend sein kann. „Das ist gerade wenn Inkassobüros eingeschaltet sind, nicht immer auf den ersten Blick erkennbar“, sagt Polizeipressesprecher Ralf Storcks. Wenn man allerdings - wie im Fall Pepper United - überzeugt ist, dass die Rechnung falsch ist, kann man sich bei der Polizei melden und Anzeige wegen Betrugs stellen. Auf jeden Fall sollte man das Schreiben nicht einfach wegwerfen, möglicherweise kommt noch mal was hinterher und dann hat man das Beweismaterial, das die Polizei dann auch verwerten kann.

VON FRANK VOGEL, NOTTULN

01 · 04 · 10



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