Konzentration schreitet voran


Die stationäre Chirurgie des Franz-Hospitals Dülmen (Foto) wird nach Coesfeld verlagert.
Die stationäre Chirurgie des Franz-Hospitals Dülmen (Foto) wird nach Coesfeld verlagert.


Nottuln/Coesfeld/Dülmen - Schneller als geplant schreitet die Konzentration an den drei Standorten der Christophorus-Kliniken (Coesfeld - Dülmen - Nottuln) voran. Bereits zum 1. November 2010 soll die stationäre Chirurgie in Dülmen aufgegeben werden und schrittweise ein Teil der internistischen Betten von Coesfeld nach Dülmen verlagert werden, berichten die Kliniken in einer Pressemitteilung. „Die Versorgung von chirurgischen Notfällen bleibt aber in Dülmen weiterhin gesichert“, versichern die Ärztlichen Direktoren Dr. Wilhelm Oelenberg und Dr. Andreas Illgner. In Dülmen werde es künftig ein sogenanntes „Chirurgisches Portal“ geben.

Verschiedene Umstände haben es nach Angaben der Kliniken nötig gemacht, den ursprünglich erst für 2013 geplanten Konzentrationsprozess bereits jetzt umzusetzen. „Kleinere Abteilungen wie die Chirurgie in Dülmen bekommen den Ärztemangel am deutlichsten zu spüren“, sagt der Geschäftsführer der Christophorus-Kliniken, Clemens Breulmann. So war die ärztliche Versorgung im Franz-Hospital teilweise vom Einsatz von sogenannten „Honorarärzten“ abhängig. „Dies ist dauerhaft kein guter Zustand“, so Breulmann.


Wirtschaftlich schwierig sei auch die sehr unterschiedliche Auslastung der Standorte Dülmen und Coesfeld. Während am St.-Vincenz-Hospital eine gute Belegung verzeichnet werde, seien im Franz-Hospital die OP-Kapazitäten nicht ausgelastet. „Die niedergelassenen Ärzte, aber auch die Patienten vertrauen zunehmend auf spezialisierte Zentren. Dieser Trend lässt sich auch bei uns in der Region deutlich erkennen und wird durch die veränderten Angebote in den Christophorus-Kliniken aufgegriffen“, sagt Breulmann.

Bereits in den Fusionsverträge von 2006 war es vorgesehen, die Chirurgie in Coesfeld zu konzentrieren und das Franz-Hospital zu einem leistungsstarken Standort der Inneren Medizin, der Neurologie und - nach dem Zusammenschluss mit der Klinik am Schlossgarten - auch der Psychiatrie auszubauen. Mit der Einrichtung einer Schlaganfall-Intensivstation (Stroke Unit) sei hier bereits ein erster Schritt getan, erläutert Clemens Breulmann. Wie geplant, werde nun auch der Ausbau der Inneren Medizin, einschließlich der Kardiologie, am Standort Dülmen weiter vorangetrieben.

Breulmann: „Es ist für die Christophorus-Kliniken sehr wichtig, dass die Schließung der stationären Chirurgie in Dülmen nicht als Rückschritt wahrgenommen, sondern als konsequenter Schritt auf dem Weg zu einem weiter spezialisierten Krankenhausstandort gesehen wird.“

Das „Chirurgische Portal“, das in Dülmen eingerichtet, bedeutet in der Praxis: Die reguläre chirurgische Ambulanz bleibt in vollem Umfang erhalten. Das Chirurgische Portal bietet weiter die Möglichkeit, Patienten, die in Coesfeld operiert werden, bereits in Dülmen medizinisch und verwaltungstechnisch aufzunehmen und entsprechend vorzubereiten. So können z. B. das Aufklärungsgespräch und alle relevanten Voruntersuchungen im Franz-Hospital durchgeführt werden. Ambulante Operationen und HNO-Operationen werden auch weiterhin in Dülmen durchgeführt.



17 · 09 · 10





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