Bösensell - „Wir waren mit Schwerlastverkehr auf einem Feldweg unterwegs“, umschreibt Oliver Blum, Archiv-Experte und IT-Unternehmer im Südfeld, den bisherigen Datentransport. Das Flatterband zur Auffahrt auf den digitalen Highway wurde gestern offiziell durchschnitten: Vertreter von Gemeinde Senden, Gewerbeverein Bösensell, Wirtschaftsförderung im Kreis Coesfeld (wfc) und der Firma Vodafone feierten den erfolgreichen Abschluss eines Modellprojektes im ganzen Kreis.
Mit einem „turboschnellen Internet“, so die Wortwahl in der Pressemitteilung, werden Unternehmer wie Bürger in Bösensell jetzt versorgt. Die Beschleunigung bei der Datenübertragung gleicht einem Quantensprung - von bisher zirka zwei Megabit auf bis zu 50 Megabit pro Sekunde.
Blum vom Gewerbeverein Bösensell, der in seiner Firma ganze Aktenberge für seine bundesweiten Kunden scannt, sichert und vernetzt, vergibt gute Noten: „Alle können Luft holen, wir haben jetzt beste Bedingungen.“ Dass zuvor der „Leidensdruck hoch war“, betonte Dr. Beatrix Sanders-Esser, ebenfalls Vorstandsmitglied im Gewerbeverein, der 2009 den Impuls gesetzt und bessere Internetverbindungen gefordert hatte. In einzelnen Unternehmen seien damals ernsthafte Abwanderungspläne aufgekommen.
Die sind nicht nur gestoppt, sondern der doppelte Anschluss an die Datenautobahn - per VDSL und LTE - bildet ein Pfund, mit dem sich bei ansiedlungswilligen Firmen wuchern lässt, waren sich Alfred Holz und wfc-Geschäftsführer Dr. Jürgen Grüner einig.
» Rund 150 000 Euro investierte die Gemeinde in eine Glasfaserverbindung vom Bahnhof bis zur Schützenstraße. Die Kommune steht weithin allein als Netzbetreiber dar.
» Das entstehende Gewerbegebiet Brocker Feld wird ebenfalls mit Glasfaser ausgestattet.
» Alle Anwohner - auch im Außenbereich - können per LTE (Funklösung) superschnelles Internet nutzen.
» Die Wirtschaftsförderung im Kreis Coesfeld bietet ab sofort Beratung für alle Unternehmen an.