Senden - aufstrebende Gemeinde im Grünen


Das in Privatbesitz befindliche Schloss ist eines der Wahrzeichen Sendens.
Das in Privatbesitz befindliche Schloss ist eines der Wahrzeichen Sendens.
(Norbert Piontek)


Die Gemeinde Senden hat es in den vergangenen Jahrzehnten verstanden, sich eigenständig zu entwickeln und sich dabei die Vorteile ihrer unmittelbaren Lage vor den Toren der Universitätsstadt Münsters zunutze zu machen. Attribute wie Gemeinde im Grünen, junge Gemeinde und sportliche Gemeinde haben sich nachhaltig positiv auf das Wachstum und die Entwicklung ausgewirkt. So ist die Einwohnerzahl seit der kommunalen Neugliederung mit den Ortsteilen Senden, Ottmarsbocholt, Venne und Bösensell seit 1975 von 13.000 auf heute rund 20.600 gestiegen.

Neben der kontinuierlichen Ausweisung preisgünstigen attraktiven Baulands gab es eine Reihe von Faktoren, die Neubürger angezogen haben: die komfortable Einkaufs- und Wohnstruktur, die landschaftlich schöne Lage an Stever, Dortmund-Ems-Kanal und Venner Moor, das seit der Gründung des Joseph-Haydn-Gymnasiums (1991) dreigliedrige Schulsystem vor Ort, das umfangreiche Sport-, Freizeit- und Kulturprogramm sowie nicht zuletzt auch die hervorragende Verkehrsanbindung an Münster.

Zahlreiche Veranstaltungen im Ortskern, in der Steverhalle und im Rathaus sind ein lebendiger Treffpunkt für Jung und Alt. Kunstschule Senden und Kunst- und Kulturinitiative Senden (KuKIS) bieten Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zahlreiche Möglichkeiten, sich kreativ als Maler, Töpfer oder Bildhauer zu betätigen und die Arbeiten in den Jahresausstellungen öffentlich zu präsentieren. Zahlreiche instrumentale und gesangliche Musikvereinigungen stellen bei vielen Auftritten ihr Können unter Beweis. Darüber hinaus organisiert das Kulturamt der Gemeinde halbjährlich ein bunt gemischtes Programm u.a. mit Kabarett, Comedy, Kino, Jazz, klassischer Musik, Folk, Kindermusicals, Lesungen, Partys und Ausstellungen.

Mit der Steverhalle und dem angrenzenden Sportpark stehen der Gemeinde Senden Einrichtungen zur Verfügung, die zugleich Sporthalle und Veranstaltungsort für Kulturveranstaltungen mit überregionalem Rang und international bekannten Akteuren sind.

Im September 2007 wird das aus gemeindeeigenen Mitteln finanzierte, rund 10 Millionen Euro teure Allwetterbad in Betrieb genommen. Durch ein komplett ausfahrbares Dach kann das Hallenbad schnell in ein Freibad mit angeschlossenem Beach- und Spielbereich umgewandelt werden.

„Gemeinde im Grünen“: Diese Bezeichnung ist in Senden Programm. Denn Grünplanung wird seit vielen Jahren praktiziert, umgesetzt und ist überall erlebbar. Bei der Teilnahme am bundesweiten
Wettbewerb „Entente Florale“ - Unsere Stadt blüht auf“ wurde Senden von der Bewertungskommission im September 2001 mit einer Goldmedaille ausgezeichnet.

Im jährlichen Rhythmus wechseln sich der romantische Lichterabend im Bürgerpark und das von den Westfälischen Nachrichten präsentierte Musikfestival Streetlive ab.
Im jährlichen Rhythmus wechseln sich der romantische Lichterabend im Bürgerpark und das von den Westfälischen Nachrichten präsentierte Musikfestival Streetlive ab.
(Sigmar Syffus)


An diese Auszeichnung knüpft auch der vom Agenda-Arbeitskreis erstellte Naturlehrpfad an, der zwischen Bürgerpark und Schloss Senden zu finden ist und Aufschluss über die heimische Tier- und Pflanzenwelt gibt.


Bösensell

Sehenswert ist die Pfarrkirche St. Johannes aus dem Jahr 1350 mit ihrem romanischen Westturm. Die Wasserschlossanlage Haus Ruhr, zwischen Bösensell und Senden gelegen, stammt im Kern aus dem 16. und 17. Jahrhundert. 1742 erfolgte der Umbau durch den bekannten Barockbaumeister Johann Conrad Schlaun. Nördlich von Bösensell liegt das 1381 erstmals genannte Rittergut Haus Alvinghof. Wasseranlage und Herrenhaus stammen ebenfalls von Johann Conrad Schlaun und sind um 1750 entstanden. (Die Anlagen können nur von der Straße aus eingesehen werden). Im Klettercentrum Münsterland „Big Wall“ werden Kletterträume Wirklichkeit. Besonders Aktive können hier auf 600 qm künstlichen Felswänden über 90 Routen in verschiedenen Schwierigkeitsgraden erklettern.

Ottmarsbocholt

Ottmarsbocholt liegt inmitten der Davert, eines der größten und zum Teil noch naturbelassenen Wald- und Wiesengebiete des Münsterlandes. Die Davert beherbergt eine Vielzahl an Rehen, Damwild und anderen Tieren sowie eine sehr vielfältige Flora. Eine unverwechselbare Silhouette stellt der sehr hohe, spitze dreigeschossige Westturm der Pfarrkirche St. Urban dar, der lt. Schätzungen bereits 1481 erbaut wurde. Kultur, Geschichte und Brauchtum verbinden der kleine „Spieker“ (Speicher) und das vom Heimatverein in Eigenleistung erbaute historische Backhaus im Ortskern Ottmarsbocholts miteinander (darin u. a. eine heimatgeschichtliche Ausstellung des Heimatvereins Ottmarsbocholts). Ein weithin sichtbares Wahrzeichen ist die dreigeschossige Holländerwindmühle mit ihren vier Flügeln. Der konische Mühlenturm aus dem Jahre 1858 dient heute zu Wohnzwecken. Die Skulptur „Jallermann“ erinnert an den traditionell alljährlich stattfindenden Karnevalszug, der jedes Jahr viele Tausend Gäste aus nah und fern anlockt.

Venne

Überregionaler Anziehungspunkt und ein Geheimtipp für Naturfreunde ist das Venner Moor - und das nicht nur im Frühjahr, wenn das Wollgras blüht. In dem ca. 180 ha großen Hochmoor kommen Pflanzen, wie Sonnentau, Königsfarn, Moosbeere oder Sumpfporst noch zahlreich vor. Die seltene Fauna und Flora steht selbstverständlich unter Naturschutz. Mittelpunkt der Venne ist die kleine Pfarrkirche St. Johannes aus dem 13. Jahrhundert, deren ornamentale Bemalung der Holzdecke (16. Jahrhundert) einzigartig in Westfalen ist.

VON SIGMAR SYFFUS, SENDEN


09 · 05 · 07




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