Entscheidung für den Laden nie bereut


Gerade die Süßigkeiten locken die jüngeren Kinder an, die aber auch gerne die Regale nach Spielen durchstöbern. Egal, ob Jung oder Alt, Geschäftsführerin Tanja Kösters freut sich über jeden Kunden in ihrem Laden an der Schöppinger Straße. Foto: S
Gerade die Süßigkeiten locken die jüngeren Kinder an, die aber auch gerne die Regale nach Spielen durchstöbern. Egal, ob Jung oder Alt, Geschäftsführerin Tanja Kösters freut sich über jeden Kunden in ihrem Laden an der Schöppinger Straße. Foto: S
(Sabine Niestert)


Horstmar - Millionen verdient sie keine. Doch ihr Auskommen ist gesichert und die Arbeit macht Spaß. „Und das ist schließlich die Hauptsache“, betont Tanja Kösters, die sich vor einem Jahr mit ihrem neuen Geschäft „Pfiffikus“ an der Schöppinger Straße selbstständig gemacht hat (die WN berichteten).

Entgegen dem Trend schloss die Jungunternehmerin keinen Laden, sondern eröffnete einen, was besonders junge Familien freute, die nun nicht mehr für jeden Marken-Bleistift, den der Lehrer ihres Kindes für unerlässlich hält, nach Burgsteinfurt oder Laer fahren müssen. „Wenn man kein Auto zur Verfügung hat, ist das echt Stress“, erklärt eine Kundin, die froh ist, dass sie Schreibwaren, Spiele und Geschenke direkt am Ort bekommt. Dass wissen auch viele jüngere Mädchen und Jungen zu schätzen, die sich gerne - „oft stundenlang“, wie die gelernte Einzelhandelsfrau im Gespräch mit den WN berichtet - im schmucken Lädchen umschauen. „Manchmal rufen dann die Mütter an, um zu fragen, ob ihr Kind bei mir ist“, freut sich Tanja Kösters über das Interesse des Nachwuchses, der es liebt, die Regale nach neuen Spielen zu durchstöbern oder sich selbst etwas Kleines, wie beispielsweise einen bunten Lutscher oder prickelnde Brause zu kaufen.


Die Entscheidung, den Laden in der historischen Altstadt zu eröffnen, hat die junge Frau, die seit 2007 in der Burgmannsstadt lebt, bisher noch nie bereut. „Die Horstmarer sind kein stures, sondern ein treues Volk“, schildert die Geschäftsfrau ihre positiven Erfahrungen mit den Kunden, die immer wieder kämen.

Schade findet es die Einzelhandelskauffrau, dass es ihr Geschäft noch nicht gab, als Dr. Thomas Schwarze im Rahmen des Leader-Projektes „Nordwalder Modell“ Ende 2010 die Befragung der Bürger zur Einkaufs- und Lebensqualität in Horstmar und Leer durchgeführt hat. Kein Wunder, dass die Sortimente Schulbedarf und Schreibwaren sowie Spielwaren mit 13,1 und 7,1 Prozent nicht gerade Traumnoten bekommen haben. Ganz anders in der Nachbargemeinde Laer, wo die Studie in diesem Bereich Werte von 79,6 und 56,6 Prozent ergeben haben, weil es dort schon lange Läden mit diesem speziellen Angebot gibt.

Die Vermutung, dass die Sortimentsbewertung durch die Haushalte nach der Neueröffnung des „Pfiffikus“ Anfang Februar 2011 heute viel besser ausfallen würde, liegt nahe.

VON SABINE NIESTERT, STEINFURT


02 · 02 · 12





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