Erstes tibb-Pflegekind

„Sie waren immer für mich da“


Dominik würde auch ein Pflegekind aufnehmen. Er musste mit sechs Jahren in ein Kinderheim.
Dominik würde auch ein Pflegekind aufnehmen. Er musste mit sechs Jahren in ein Kinderheim.


Ibbenbüren. Dominik war sechs Jahre alt, als er von seiner Mutter und seinem Bruder getrennt wurde. Er kam von einem Kinderheim ins nächste. Fünf Jahre ging das so, bis eine Pflegefamilie für ihn gefunden wurde. Am 1. September 2003 zog er zu André und Simone Malter, ein Ehepaar aus Bockraden. Dominik ist das erste Kind, das von der Kinder- und Jugendhilfe tibb an eine Pflegefamilie vermittelt wurde. 237 Pflegekinder wurden bis heute insgesamt vermittelt. Die ersten Schritte in der neuen Familie waren nicht leicht, wie der 18-Jährige Stefanie Beermann erzählt.

Warum musste Ihre Mutter Sie abgeben?


Dominik: Meine Mutter hat das nicht geschafft mit mir und meinem Bruder. Ich musste ins Heim, mein Bruder durfte bleiben.

Wie haben Sie sich gefühlt?

Dominik: Ich war sauer, und wie. Das war so ungerecht, dass ich gehen musste und mein Bruder nicht.

Dann kamen Sie ins erste Kinderheim, ins zweite, ins dritte...

Dominik: Ja, ich wurde immer weitergereicht. Das war schlimm. Im Heim wurde man nur wie Arbeit behandelt. Man bekam Aufgaben und Strafen, da war nichts von Geborgenheit. Ich wollte wieder zu meiner Mutter und meinem Bruder.

Sie sind dann aber zur Familie Malter gekommen. Wie war das, plötzlich Teil einer fremden Familie zu sein?

Dominik: Ungewohnt. Aber auch schön. Ich hatte hier ein eigenes Zimmer und Leute, die nur für mich da sind und nicht noch für 15 andere.

Wurde dann alles besser?

Dominik: Nein, nicht sofort. Ich habe ständig Mist gebaut. Bin abgehauen, sobald es Stress gab. André musste mit zur Janusz-Korczak-Schule kommen, um aufzupassen, dass ich meine Mitschüler nicht verprügele. Manchmal saß er sogar im Nebenraum der Klasse, um mich im Unterricht zu beobachten. Ich wollte einfach Stress machen, keine Ahnung warum. Mir war manchmal alles egal.

Das war sicher alles andere als leicht für Ihre Pflegeeltern.

Dominik: Ja, aber sie haben mir nie gedroht, nie gesagt, dass sie mich rausschmeißen würden, wenn ich weiter Mist baue. Sie waren immer für mich da, ganz egal, was ich gemacht habe.

>> Lesen Sie das ausführliche Interview Samstag in der IVZ.



09 · 09 · 11




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