Entwicklung der Lengericher Schullandschaft

Knifflige Aufgabe


Welche Lösung ist richtig? So, wie dieser Schüler über seinen Hausaufgaben brütet, müssen die Kommunalpolitiker entscheiden, wie die Lengericher Schullandschaft ab dem Schuljahr 2013/2014 aussehen soll.Foto:
Welche Lösung ist richtig? So, wie dieser Schüler über seinen Hausaufgaben brütet, müssen die Kommunalpolitiker entscheiden, wie die Lengericher Schullandschaft ab dem Schuljahr 2013/2014 aussehen soll.Foto:
(dpa)


Lengerich - Eine Hauptschule, zwei Realschulen, ein Gymnasium. Im Bereich der Sekundarstufe 1 hat Lengerich ein gutes Angebot. Sowohl quantitativ wie qualitativ. Zurückgehende Schülerzahlen bringen das bewährte dreigliedrige Schulsystem ins Wanken. Wie man darauf reagieren kann, erläutert Wolf Krämer-Mandeau am Donnerstagabend im Schulausschuss. Der Leiter der Projektgruppe Bildung und Region (Bonn) zeigt das größte Problem auf: „180 Schüler wechseln in den nächsten Jahren pro Jahrgang in die Klassen 5. Das reicht für sieben Klassen. Die Schulen würden gerne 14 Klassen bilden.“ Soll dieser Wunsch Wirklichkeit werden, „müssen sie 50 Prozent der Schüler von außerhalb holen“.

Wolf Krämer-Mandeau stellt nüchtern die drei Möglichkeiten zur Wahl: Festhalten am bisherigen System, Gründung einer Sekundarschule, Gründung einer Gesamtschule. Dafür gibt es genügend Schüler aus Lengerich. Für die Zahl der Schulen nicht. Das eigene Potenzial reicht für ein dreizügiges Gymnasium, eine dreizügige Realschule und eine einzügige Hauptschule, rechnet er den Ausschussmitgliedern und über 40 Zuhörern vor.


Für den Experten steht fest, dass Handlungsbedarf besteht: „Wenn nichts passiert, läuft Ihnen die Hauptschule weg.“ Damit ginge auch das besondere Wissen der Lehrer im Umgang mit Hauptschülern verloren.

Wolf Krämer-Mandeau nimmt kein Blatt vor den Mund. Eine Gesamtschule, die das Gymnasium akzeptiert und nicht angreift - für ihn nicht vorstellbar. „Eine Gesamtschule ist hier nicht mehr machbar, sie würde das Gymnasium kannibalisieren.“ Eine Sekundarschule hingegen wäre auf ein Gymnasium mit der Sekundarstufe 2 angewiesen.

Selbst wenn die Schülerzahlen weiter sinken, in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Lienen sieht er das Potenzial für einen dauerhaften Betrieb auf sicherer Basis. 50 Schüler kämen aus Lienen, um eine der fünften Klassen an den Realschulen beziehungsweise am Gymnasium zu besuchen.

Sollte in Lengerich eine Sekundarschule entstehen, „wäre Lienen eine Stütze, müsste allerdings etwas umgarnt werden“. Aus welchen bestehenden Schulen die Sekundarschule gebildet werde, müsse die Kommunalpolitik entscheiden. Denkbar wäre der Start mit Hauptschule und einer Realschule. Die zweite Realschule könnte als Alternativ-Angebot bleiben. Was in seiner Präsentation nicht zu übersehen ist: „Ein eigener Schulentwicklungsplan (SEP) ist überfällig!“ Den gibt es zwar für die Jahre 2008 bis 2013, doch die Landespolitik hat die Vorstellungen überholt.

„Schieben Sie die Entscheidung nicht auf die lange Bank“, rät er am Ende seines 45-minütigen Vortrags. Friedrich Prigge nimmt den Ball auf: „Unser Ziel ist es, 2013 zu starten.“ Einen wichtigen Aspekt hat der Bürgermeister schon zu Beginn der Sitzung genannt. „Es geht jetzt darum zu erkennen, was ist wichtig und für unsere Kinder richtig - jenseits aller Ideologien.“



27 · 01 · 12



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